18 Millionen Euro: Österreichische Post soll hohe Datenschutzstrafe zahlen

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Seit 2001 verkauft und vermietet die Österreichische Post Kundendaten zu Marketingzwecken. Das darf die Post nicht, findet die Datenschutzbehörde. Das Unternehmen verstoße so gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Behörde verurteilte die Post daher in einem Verwaltungsstrafverfahren zu einer Zahlung von 18 Millionen Euro. Wie handelt die Österreichische Post mit Daten? Und wie reagierte sie auf die Strafe?

Anzeige

Wie verletzte die Österreichische Post die DSGVO?

Die Österreichische Post sammelt unter anderem Daten zum Namen, Alter und Geschlecht sowie zur Familiensituation und Adresse ihrer Kunden. Bei 2,2 Millionen Österreichern speicherte sie zudem eine politische Parteiaffinität. So legte sie Kategorien wie „ÖVP-affin“, „Grün-affin“ und „FPO-affin“ an. Diese Daten verkaufte die Post an Unternehmen. Das entdeckte die Rechercheplattform Addendum, nachdem sie ein Auskunftsbegehren an die Post versendet hatte.

Die Post verteidigte sich, indem sie darauf verwies, dass die Informationen zur Parteiaffinität lediglich Ableitungen aus anderen Informationen seien – wie bei Hochrechnungen nach Wahlen. Die Datenschutzbehörde musste daher klären, ob die Post auf diese Weise tatsächlich personenbezogene Daten oder doch nur Hochrechnungen weitergegeben hatte.

Datenschutzbehörde hört Post an

Nach einer mündlichen Anhörung kam die Datenschutzbehörde zu dem Schluss: Die Verarbeitung von Daten zu politischen Neigungen verstößt gegen die DSGVO. Das gilt auch für weitere verarbeitete Daten, wie beispielsweise für die Häufigkeit der Paketbestellung von Kunden. Die Behörde stellte klar, dass die Post im Rahmen ihres Gewerbes personenbezogene Daten sammeln und verarbeiten müsse. Erstelle sie jedoch statistische Wahrscheinlichkeiten über Parteiaffinitäten, verstoße sie gegen die DSGVO. Die Datenschutzbehörde schrieb der Post daher vor, diese Daten nicht mehr zu verarbeiten und den Großteil davon zu löschen.

Fazit

Die Post reagierte ohne Einsicht auf die Strafe. Das Unternehmen verkaufe keine personenbezogenen Daten, sondern lediglich statistische Hochrechnungen. Die Strafe sei daher nicht nur inhaltlich falsch, sondern auch vollkommen überzogen. Die Post sieht ihr Kerngeschäft der Direktwerbung gefährdet und will sich daher an das Bundesverwaltungsgericht wenden. Die Entscheidung der Datenschutzbehörde ist damit noch nicht rechtskräftig.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Sprachassistenten: Apple hört Siri-Aufnahmen nur noch mit Zustimmung ab Nach der Kritik an der menschlichen Auswertung von Sprachaufnahmen hat der iPhone-Konzern um Entschuldigung gebeten. Gleichzeitig weist man darauf hin, dass Sir...
Weiterlesen...
Datenschutz: Drohen Bußgelder für Google Analytics Nutzer? Seit November 2009 dauerten die Verhandlungen mit dem Unternehmen Google wegen des Webanalyse-Tools „Google Analytics“ an und wurden jetzt vom Datenschutzbeauft...
Weiterlesen...
1 Jahr DSGVO: Was Seitenbetreiber und Gründer jetzt tun müssen Die DSGVO trat vor einem Jahr in Kraft. Viele kleine Unternehmen und Gründer ohne eigene Rechtsabteilung sind weiterhin mit den zahllosen neuen gesetzlichen Vor...
Weiterlesen...
BKA-Gesetz: Verfassungsbeschwerde eingereicht Bereits vor 3 Jahren hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden: Das neue BKA-Gesetz ist teilweise verfassungswidrig. Mittlerweile hat der Gesetzgeber nachg...
Weiterlesen...
Gesichtserkennung bei Real: Ist das eigentlich erlaubt? Wer sieht sich eigentlich die Werbung auf den Bildschirmen an, die im Kassenbereich die Wartenden berieseln? Die Frage stellen sich vor allem Unternehmen, die d...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support