Datenschutz: Siri legt E-Mails im Klartext auf Macs ab

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Apple will sich vor allem durch seinen verlässlichen Datenschutz von der Konkurrenz abheben. Im Sommer kam dann heraus, dass menschliche Mitarbeiter Gespräche mit Siri auswerten. Die Folge: User waren irritiert, wie ernst Apple seinen Datenschutz tatsächlich nimmt. Jetzt fand der IT-Spezialist Bob Gendler heraus: Siri speichert E-Mails im Klartext in einer Datenbank auf dem Mac ab. Daneben legt Siri in einer weiteren Datenbank auch Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Personen an, mit denen Nutzer Kontakt hatten. Können User das verhindern?

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Dafür nutzt Siri die Datenbanken

Siri nutzt die Datenbanken, um Usern Vorschläge zu machen. Das kann zum Beispiel für die Aktualisierung von Kontaktdaten oder in E-Mails gefundenen Terminen oder für die Zuordnung einer unbekannten Rufnummer sein.

Ist die Datenbank sicher?

Apple sichert die Datenbanken durch Sicherheitsmechanismen wie System Integrity Protection und klammert sie von Backups aus. Apps, die jedoch die Erlaubnis haben, voll auf die Festplatte zuzugreifen, können auch die Mails auslesen. Sicherheitsexperte Gendler berichtet zudem, dass auch über ein AppleScript der Zugriff aus dem Finder möglich sei – insofern User das Script zulassen.

Können User das Speichern in der Datenbank verhindern?

Es reicht nicht, wenn Nutzer Siri auf dem Mac deaktivieren. Denn: Dann speichert Siri weiterhin die verschlüsselten Mails in der Datenbank im Klartext ab. User können jedoch in den Systemeinstellungen von Siri unter „Siri-Vorschläge & Datenschutz“ ändern, dass Apple Mail von Siri lernt. Das verhindert jedoch nur, dass zukünftig keine neuen verschlüsselten Mails mehr in der Datenbank landen. Mails, die bereits in der Datenbank sind, bleiben weiter im Klartext einsehbar. Bei Bedarf sollen Nutzer daher die Datenbank snippet.db löschen, so Gendler.

Für wen sind die unverschlüsselten Daten ein Problem?

Das Problem besteht von macOS 10.12 bis hin zu macOS 10.15 Catalina. Unternehmen, Behörden und private User müssen sich bewusst machen, dass eventuell vertrauliche Informationen in den Datenbanken nicht geschützt sind.

Fazit

IT-Spezialist Gendler hatte Apple bereits Ende Juli auf mehreren Kanälen über das Problem informiert. Nach einer Korrespondenz über 100 Tage teilte der Konzern lediglich mit, dass User die Indexierung der Mails durch Siri in den Einstellungen abschalten können. Einen Fix hat Apple bisher nicht geliefert.

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