Project Nightingale: Google erhält Zugriff auf Millionen Patientendaten

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Um neue Dienste für das Gesundheitswesen zu entwickeln, hat Google bereits im letzten Jahr mit dem katholischen Gesundheitssystem Ascension „Project Nightingale“ ins Leben gerufen. Jetzt kam heraus: Google erhält dafür Zugang zu Millionen von US-amerikanischen Gesundheitsdaten – ohne dass Patienten oder Ärzte vorher gefragt werden. Was macht Google mit den Daten? Und dürfen die beiden Parteien das?

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Was ist Ascension?

Ascension ist eines der größten Non-Profit-Gesundheitssysteme der USA. Die Organisation betreibt in 21 Staaten rund 2.600 Krankenhäuser, Arztpraxen und weitere Gesundheitseinrichtungen. Ascension will durch die Zusammenarbeit mit Google die Bedürfnisse von Patienten und Gesundheitsanbietern besser erfüllen. Um das zu erreichen, müssten neue digitale Pflegemodelle entworfen werden, so Ascension in einer Pressemitteilung.

Welche Daten erhält Google?

Google erhält per Cloud Zugriff auf sensible Daten wie Diagnosen, Laborergebnisse, Krankenhausberichte sowie eine vollständige Krankheitsgeschichte – immer in Verbindung mit dem Patientennamen und dem Geburtsdatum. Die Suchmaschine erhofft sich so, die Bereiche Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen im Gesundheitswesen elementar zu verbessern. Das soll die Kosten für Gesundheitsleistungen senken und Leben retten.

So viele Google-Mitarbeiter können die Patientendaten einsehen

Das Wall Street Journal berichtet, dass rund 150 Google-Mitarbeiter die Patientendaten einsehen und auswerten können. Die New York Times spricht davon, dass Dutzende Mitarbeiter die Daten heruntergeladen haben könnten.

Dürfen Google und Ascension das?

Google gibt an, dass das Project Nightingale den Vorgaben des sogenannten Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA), der aus dem Jahr 1996 stammt, entspreche. Das Gesetz soll unter anderem personenbezogene Gesundheitsdaten schützen. Es erlaubt grundsätzlich die Weitergabe von Gesundheitsdaten an Geschäftspartner. Die Voraussetzung dafür: Die Weitergabe muss für die Behandlungen der Einrichtung von Vorteil ist. Gegenüber The Verge erklärte Google, dass es einen standardisierten Vertrag gebe, der die Zusammenarbeit mit Ascension erlaube.

Fazit

In Deutschland beschloss der Bundestag kürzlich, Daten von Kassenpatienten in pseudonymisierter Form zentral zu sammeln und für Forschungszwecke auszuwerten. Kritiker sehen darin einen Angriff auf die Grundrechte und eine Beeinträchtigung des Datenschutzes.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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