Datenleck: Zehntausende Patientenakten online

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Circa 30.000 Datensätze von Patienten standen in einer Arztpraxis im norddeutschen Celle frei abrufbar im Internet. Das Datenleck, das nun bekannt wurde, betraf aber nicht nur Details rund um Krankheiten und Medikationen – sondern auch Daten mit privatem Inhalt wie Arbeitsverträge, Spenden und betriebswirtschaftliche Auswertungen rund um den Praxisbetrieb.

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Ungeschützter Server bot Zugriff für jedermann

Ursache des Datenlecks war ein ungeschützter Server, dessen Zugriffsrechte unbeschränkt waren. Demnach konnte tatsächlich jeder, der die IP-Adresse der Praxis kannte, direkt auf den Server zugreifen. Brisantes Detail: Die IP-Adresse ließ sich über gängige Server-Suchmaschinen innerhalb kürzester Zeit ausfindig machen.

Server bot eine Vielfalt an unterschiedlichen Datensätzen

Die Gemeinschaftspraxis, die aus mehreren Orthopäden besteht, hatte auf dem Server nachweislich Datensätze aus mehreren Jahren Praxisbetrieb gesammelt. Dementsprechend hoch war die Menge der Daten – darunter fanden sich die Stammdaten von Patienten, Befunde, Gesprächsnotizen, Arztbriefe und viele weitere Details.

Nach Maßgabe der europäischen Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) ist der Vorfall als direkter Verstoß zu bewerten. Dieser muss nach Artikel 33 der Verordnung an die zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde gemeldet werden. Besonders sensible Datenschutzverstöße müssen nach Artikel 34 DSGVO zudem an die Betroffenen selbst gemeldet werden. Inwieweit die Gemeinschaftspraxis diesen Pflichten nachgekommen ist, ist aktuell nicht geklärt. Eine offizielle Stellungnahme durch die Orthopäden ist bislang ebenfalls nicht erfolgt.

Telekom-Router mit Sicherheitslücke

Recherchen von IT-Experten ergaben: Die Konfiguration des verwendeten Telekom-Routers war offensichtlich die eigentliche Ursache für das Datenleck. Die Digitalisierungsbox hatte in der ursprünglichen Einstellung mehr Ports freigegeben als angedacht. Hier war eine Veränderung in den Einstellungen notwendig und ein Update der Digitalisierungsbox auf den aktuellen Stand.

Fazit

Die neue Version der Digitalisierungsbox hat die Sicherheitslücke behoben. Vorsicht ist bei den Modellen geboten, die eine ältere Version der Firmware benutzen. Notwendig ist dabei ein komplettes Werksreset – denn sonst übernimmt der Router auch bei einer Aktualisierung die fehlerhafte Zuordnung der Ports. Da das Problem durch die Hardware der Telekom zustande gekommen ist, sind ähnliche Datenlecks auch bei anderen Kunden denkbar. Dies hat nun auch ein Sprecher des Unternehmens bestätigt. Demnach ist die Telekom bereits seit Mai 2019 über das Problem informiert. Ein Patch soll nun zeitnah umfassend für Abhilfe sorgen – die Telekom will dafür eine entsprechende Empfehlung an die eigenen Kunden herausgeben.

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