Greta und die Deutsche Bahn: Datenschutzbeauftragte lädt zum Gespräch

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Die Reisen der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg sind nicht nur in Deutschland seit Wochen Thema Nummer 1 – sowohl online als auch offline. Dabei hielt die 15jährige Schülerin die Welt vor allem via Twitter auf dem Laufenden. So auch letzte Woche, als die Heimfahrt nach Schweden die Klimaaktivistin durch Deutschland führte: Sie twitterte ein Bild aus einem Zug der Deutschen Bahn, auf dem sie – auf dem Boden sitzend – inmitten von Taschen und Koffern zu sehen war.

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Deutsche Bahn reagierte verstimmt auf den Greta-Tweet

Genau dieser Tweet passte der Deutschen Bahn offensichtlich so gar nicht. Schon kurze Zeit später twitterte das Unternehmen nämlich zurück und informierte dabei darüber, dass Greta zum einen den Service in einem Abteil der 1. Klasse in Anspruch genommen hätte und zum anderen über die Zugnummer, in dem sich der Sitzplatz befunden hatte.

Dies ist auch nachweislich richtig. Allerdings hatte Greta den ersten Teil der Reise tatsächlich auf dem Boden verbracht. Der Aufenthalt in der 1. Klasse war erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich – das Bild, das auf Twitter veröffentlicht wurde, gibt zum Zeitpunkt der Aufnahme die tatsächlichen Reiseumstände der 15jährigen wieder.

Reisedaten sind personenbezogene Daten i.S.d. DSGVO

Die veröffentlichten Detailinformationen erweisen sich aus datenschutzrechtlichen Überlegungen heraus als problematisch. Reisedaten sind vor dem Hintergrund der europäischen Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) als personenbezogene Daten zu bewerten. Diese sind nach Art. 4 DSGVO bei allen Daten gegeben, die sich einer bestimmten oder einer bestimmbaren natürlichen Person zuordnen lassen. Die Veröffentlichung und damit Verarbeitung von personenbezogenen Daten darf nur erfolgen, wenn dabei die Voraussetzungen der DSGVO erfüllt werden.

Dies ist nach Art. 6 DSGVO dann der Fall, wenn die betroffene Person in die Verarbeitung eingewilligt hat oder die Verarbeitung aufgrund einer gesetzlichen Grundlage rechtlich zulässig ist bzw. ein berechtigtes Interesse besteht.

Fazit

Die Veröffentlichung der Reisedaten von Greta Thunberg lässt sich DSGVO-konform weder aufgrund eines Gesetzes noch aufgrund der Einwilligung von Greta selbst legitimieren. Allerdings hat die Klimaaktivistin auf eine formale Eingabe bei der Datenschutzbehörde bisher verzichtet.

Die Berliner Datenschutzbeauftragte sah den Tweet der Deutschen Bahn allerdings als Aufhänger für ein Gespräch. Ziel ist dabei die Sensibilisierung für datenschutzrechtliche Fragestellungen. Die Deutsche Bahn selbst hat eine juristische Stellungnahme angekündigt: Sie soll klarstellen, ob für die Bahn berechtigte Interessen bestanden, die eine Veröffentlichung der Daten unterstützt hätten.

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Kommentare  
Thomas
+2 # Thomas 19.12.2019, 17:17 Uhr
Greta wird bald 17....
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