Dating-Apps: Verbraucherschutzverband reicht Beschwerde ein

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Um Dating-Apps wie Grindr oder Tinder nutzen zu können, müssen User zahlreiche persönliche Daten in ihrem Profil angeben. Diese Daten bleiben jedoch nicht bei den jeweiligen App-Anbietern. Das fand jetzt eine umfassende Untersuchung des norwegischen Verbraucherschutzverbandes Forbrukerrådet heraus. Wo landen die intimen Details der User? Und dürfen die App-Anbieter die Daten weitergeben?

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Welche Daten teilen Grindr, Tinder und OkCupid?

Die Datenschützer untersuchten insgesamt 10 Apps. Alle gaben personenbezogene Daten an Werbenetzwerke oder ähnliche Drittanbieter weiter. Insgesamt verschickten sie Daten an 135 Trackingunternehmen. Mittels der Werbe-ID und den gewonnenen Daten können diese individualisierte Profile der Nutzer erstellen. Das ist nach der DSGVO illegal. Und: Die Trackingunternehmen behalten es sich vor, die Daten an andere Firmen weiterzugeben.

Grindr gibt unter anderem den GPS-Standort, die Gerätekennung und die Tatsache, dass Nutzer eine Dating-App für Homosexuelle nutzen, an Werbenetzwerke weiter. Tinder verschickt Informationen zum Geschlecht, für das sich der User interessiert, den Standort und die Werbe-ID unter anderem an Facebook und Appsflyer. OkCupid leitet Daten zu sexuellen Gewohnheiten und Präferenzen sowie zu Drogenkonsum, politischen Ansichten und zum Standort an das Trackingunternehmen Braze weiter.

So stuft der Verbraucherverband das Vorgehen der Dating-Apps ein

Das Vorgehen der untersuchten Apps verletze die EU-Datenschutzgesetze. Dabei seien die Geschäftspraktiken der Anbieter vollkommen außer Kontrolle geraten, so die Einschätzung des norwegischen Verbandes. Der Umgang mit den Nutzerdaten mache es Usern unmöglich, frei zu entscheiden, wie ihre Daten gesammelt, weitergegeben und verwendet werden. Das sei eine massive kommerzielle Überwachung, die systematisch im Widerspruch zu den Grundrechten stehe, so der Direktor für Digitale Strategie des norwegischen Verbraucherschutzverbandes.

Zusammen mit der Datenschutzorganisation „None of your business“ (noyb) hat der Verband daher gegen Grindr und 5 Adtech-Firmen Beschwerden bei der norwegischen Datenschutzbehörde eingereicht.

Fazit

Die Studie des Verbraucherverbandes fand nicht nur bei Dating-Apps schwerwiegende Verstöße gegen den Datenschutz. Die Menstruationstracker „My Days“ und „Clue“ gaben das Geburtsjahr und den Standort an verschiedene Trackingdienste weiter. Die Religions-App „Qibla Finder“ und die Kinder-App „My Talking Tom 2“ leiteten die Werbe-ID und die IP-Adresse weiter. Die Make-up-App „Perfect365“ wies 18 verschiedene Tracker auf.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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