20 Monate DSGVO: Frankreich und Deutschland Spitzenreiter bei Geldbußen

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114 Millionen Euro an Bußgeldern haben europäische Datenschutzbehörden seit Einführung der DSGVO verhängt. Im Vergleich mit den übrigen Ländern liegt Deutschland mit insgesamt knapp 25 Millionen auf Platz zwei. Die gerade veröffentlichte Studie der Wirtschaftskanzlei DLA Piper zeigt aber auch: Beim Umgang mit Datenschutzverstößen gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen europäischen Staaten.

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Mehr und höhere Strafen erwartet

Durchschnittlich 278-mal ist an jedem Tag des vergangenen Kalenderjahrs eine Datenschutz-Verletzung gemeldet worden. Bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes dürfen die Behörden einem Unternehmen in solchen Fällen als Strafe auferlegen. Da mag es durchaus verwundern, dass die Summe aller verhängten Bußgelder im gesamten DSGVO-Geltungsbereich gerade mal 114 Millionen Euro beträgt. Davon entfallen allein 51 Millionen auf Spitzenreiter Frankreich, gefolgt von Deutschland mit 24,5 und Österreich mit 18 Millionen Euro.

160.921 DSGVO-Verstöße seit Mai 2018

Auch bei der absoluten Zahl der Regelwidrigkeiten liegt die Bundesrepublik mit 37.636 an zweiter Stelle. Lediglich die Niederlande hatten mit gut 40.000 noch mehr Einzelfälle. Ein etwas anderes Bild ergibt sich, wenn man die Bevölkerungszahlen der Länder berücksichtigt. Bei 147 Verstößen pro 100.000 Einwohner führen auch hier die Niederlande, gefolgt allerdings von Irland und Dänemark. Deutschland liegt mit 31 Verletzungen auf Platz 11.

Marriott- und British-Airways-Verfahren noch offen

Veröffentlicht hat diese Rangfolge DLA Piper, eine weltweit tätige Anwaltskanzlei, die betroffene Unternehmen im Schadensfall vertritt. Ihre Bilanz: Abgesehen von einigen wenigen spektakulären Fällen haben die zuständigen Stellen bisher kaum Bußgelder verhängt. Das allerdings dürfte sich ändern. Schon für 2020 erwarten die Autoren der Studie mehrere DSGVO-Strafen in Millionenhöhe. Gerade bei schwerwiegenden Fällen sei eine langfristige Vorarbeit nötig, um hohe Bußgelder zu rechtfertigen. Darüber hinaus hätten Datenschutzbehörden einige Zeit gebraucht, um zusätzliches Personal einzustellen und sich in das neue Regelwerk einzuarbeiten.

Fazit

Die aktuelle Studie zur DSGVO erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Autoren selbst weisen darauf hin, dass nicht alle Verstöße veröffentlicht werden. Vor allem geringfügige Fehltritte dürften kaum an die Öffentlichkeit geraten, beispielsweise eine E-Mail, die versehentlich beim falschen Empfänger landet. Anders sehe das bei Datenlecks aus, die Millionen von Verbrauchern betreffen. Hier müssten Unternehmen nicht nur die Ermittlungen der Aufsichtsbehörden fürchten. In der Folge größerer Datenlecks seien auch in wachsendem Umfang Schadensersatzklagen zu erwarten.

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