Marktmacht: EU-Kommission plant Binnenmarkt für Daten

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US-amerikanische Digitalkonzerne wie Google, Facebook und Amazon sammeln mit ihren Geschäftsmodellen riesige Datenmengen. Diese bescheren ihnen nicht nur in den USA, sondern auch in Europa eine Marktdominanz, der europäische Unternehmen nichts entgegensetzen können. Die EU-Kommission plant daher einen eigenen Binnenmarkt für Daten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Wie soll der Binnenmarkt für Daten funktionieren? Und was verspricht sich die EU-Kommission davon?

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Warum will die EU-Kommission einen Binnenmarkt für Daten?

US-amerikanische Tech-Konzerne sammeln zahllose Daten von Usern in Europa. Auf diese Weise können sie Innovationen schnell vorantreiben und ihre Vorstellungen von Datenzugriff und Datennutzung weltweit als Standard etablieren. Das sei eine Bedrohung für datengetriebene Unternehmen in Europa, so die EU-Kommission. Diese könnten nicht so wachsen und innovieren, wie es eigentlich möglich wäre. Um der Marktmacht der US-Konzerne entgegenzuwirken, benötige Europa einen Binnenmarkt für industrielle und professionelle Daten.

So soll der Binnenmarkt für Daten funktionieren

Im Gegensatz zu den Konzepten von Facebook, Amazon und Google soll der europäische Binnenmarkt große Datensätze für alle Mitgliedsstaaten verfügbar machen. Dafür will die EU-Kommission einen Rahmen schaffen, der es den Staaten ermöglicht, unkompliziert untereinander Daten auszutauschen. Um das zu erreichen, will die EU Standards überarbeiten und verschiedene Systeme untereinander kompatibel machen. Die Kommission will das unter anderem für die Bereiche Klimawandel, Autoindustrie, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Produktion und Energie vornehmen. Das Ziel: Unternehmen sollen auf der Basis der Datensammlung neue Geschäftsmodelle entwickeln und erfolgreich umsetzen können.

Neben diesem kommerziellen Ansatz will die EU-Kommission mit dem Binnenmarkt auch Open-Data-Angebote der öffentlichen Verwaltung stärken. So sollen zum Beispiel Daten zu Umwelt und Meteorologie kostenlos zur Verfügung stehen.

Neue Regularien für den Wettbewerb denkbar

Um Mitgliedsstaaten möglichst frei und fair Daten austauschen zu lassen, zieht die EU-Kommission zusätzliche Vorgaben für den Wettbewerb in Erwägung. So sei es denkbar, großen Online-Plattformen zu verbieten, selbst Bedingungen für den Zugang zu Daten aufzustellen. Um einen umfassenden Einblick in den Status quo zu erhalten, untersucht derzeit eine EU-Expertengruppe die gesammelten Datensätze von Digitalunternehmen.

Fazit

Bisher hat die EU-Kommission einen 25-seitigen Entwurf für den Binnenmarkt von Daten angefertigt. Bis zur offiziellen Präsentation am 19. Februar sollen noch Änderungen möglich sein.

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