Unerlaubte Gesichtserkennung: Facebook zahlt 550 Millionen US-Dollar Strafe

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Apps und Plattformen, die ungefragt Gesichter von Usern speichern, stehen immer mehr im Fokus von Datenschützern. Erst kürzlich kam heraus, dass US-amerikanische Strafverfolgungsbehörden die App „Clearview“ nutzen. Diese kann Gesichter mit einer riesigen Datenbank abgleichen und dann alle online verfügbaren Informationen zu einer Person aufführen. Facebook muss jetzt eine Strafe von 550 Millionen US-Dollar zahlen. Wie hatte das soziale Netzwerk unerlaubt Daten zu Gesichtern gesammelt und gespeichert?

Anzeige

Facebook sammelt biometrische Daten

Facebook sammelte biometrische Daten von Usern per Gesichtserkennung, ohne sie vorher zu fragen. Dafür wurde das soziale Netzwerk per Sammelklage vor Gericht gezogen. Um den laufenden Rechtsstreit beizulegen und nicht zu riskieren, eine höhere Strafe zahlen zu müssen, stimmte Facebook jetzt einem Vergleich zu. Demnach soll der Konzern 550 Millionen US-Dollar zahlen.

Das sagt das US-amerikanische Gesetz zur Gesichtserkennung

Facebook wurde im US-Bundesstaat Illinois verklagt. Der dort geltende Biometric Information Privacy Act gibt vor: Unternehmen dürfen nur biometrische Daten sammeln und speichern, wenn User dazu explizit eingewilligt haben. Damit hätte Facebook auch für seine Gesichtserkennung eine Erlaubnis der Nutzer benötigt. Die hatte der Konzern jedoch nicht.

Facebook führt Gesichtserkennung wieder ein

Erst vor einigen Jahren hatte der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar ein Verwaltungsverfahren gegen Facebook eingeleitet. Der Grund: Facebook hatte eine automatische Gesichtserkennungsfunktion eingeführt. Datenschützer bemängelten, dass Facebook ohne Erlaubnis der User biometrische Profile erstelle. 2013 hatte Caspar das Verfahren jedoch wieder eingestellt. Facebook hatte die Funktion deaktiviert.

Aktuell ist die Funktion wieder verfügbar. Der einzige Unterschied: User müssen die Funktion aktivieren. Auf diese Weise sollen sie kontrollieren können, wenn jemand ein Foto oder Video von ihnen postet.

Fazit

Facebook versucht mit dem Vergleich einer höheren Strafe zu entgehen. Denn: Ein Prozess hätte den Konzern mehrere Milliarden US-Dollar kosten können. Ein Richter muss dem aktuellen Vergleich jetzt nur noch zustimmen. Facebook zahlt dann 550 Millionen Dollar Strafe.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Gravierende Schwächen: Große Onlinedienste patzen bei DSGVO-Umsetzung Ob WhatsApp oder Signal, Google oder TripAdvisor, Amazon oder die Deutsche Bank: Keine der großen Internet-Plattformen erfüllt die Anforderungen der Datenschutz...
Weiterlesen...
DSGVO: Wie viele Unternehmen haben die neuen Regeln umgesetzt? Bereits seit dem 25. Mai letzten Jahres gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Dennoch sind die neuen Gesetze auch heute noch ein Thema für fast alle Unt...
Weiterlesen...
Daten-Leck bei Conrad Electronic: Hacker hatten Zugriff auf 14 Millionen Kundendaten Wer ein Konto bei dem deutschen Versandhändler Conrad Electronic besitzt, sollte in den kommenden Wochen besondere Vorsicht walten lassen. Hacker haben eine Sic...
Weiterlesen...
YouTube: Besserer Datenschutz für Kinder 2019 fand ein US-amerikanisches Meinungsforschungsinstitut heraus, dass User Clips von und mit Kindern besonders oft aufrufen – obwohl die Plattform eigentlich ...
Weiterlesen...
CC an alle: Datenschutzbehörde verhängt Bußgeld wegen offenem E-Mail Verteiler E-Mail Verteiler bergen die Gefahr, dass alle Adressaten einer E-Mail lesen können, an wen diese gesendet wurde. Hiergegen ging nun eine Datenschutzbehörde vor ...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support