Regierungsplattform: Wettfirmen hatten Zugang zu Daten von Kindern

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Eine Regierungsplattform in Großbritannien, die eigentlich nur zu Lernzwecken einsehbar war, wurde genutzt, um im großen Stil Daten abzugreifen und weiterzugeben. Besonders brisant: Die Weitergabe erfolgte an Wettfirmen bzw. Wettanbietern – und bei den Datensätzen handelte es sich ausschließlich um Daten von Kindern unter 14 Jahren bzw. älteren Schülern.

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Zugänge geschlossen, Zusammenarbeit beendet

Ein Unternehmen hatte den Zugang zur behördlichen Datenbank ausgenutzt und die Datensätze weitergegeben. Durch die Weitergabe wurde der Zugriff durch die Wettanbieter möglich. Offiziell weist das Unternehmen die Vorwürfe von sich – hier bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse durch die weiteren Ermittlungen ans Tageslicht kommen werden.

Natürlich ist der Zugriff und die Weitergabe der Schülerdaten nicht akzeptabel – das hat auch das britische Department for Education als oberste Schulbehörde eingeräumt. Dementsprechend drastisch waren die ersten Gegenmaßnahmen: Die Zugänge zur Plattform wurden geschlossen sowie die Zusammenarbeit mit dem betreffenden Unternehmen beendet.

Digitale Lernhilfen auf dem Prüfstand

Der Fall aus Großbritannien reiht sich nahtlos in die Diskussion um die datenschutzrechtliche Bewertung von digitalen Lernhilfen ein. Zwar ist eine Weitergabe von Datensätzen wie im erwähnten Fall recht unwahrscheinlich – fraglich bleibt jedoch, wie sich beispielsweise der Datenschutz umfassend implementieren lässt. Hier ist unter anderem daran zu denken, dass über Cloud-Dienste ein Datenzugriff zumindest theoretisch möglich ist.

Warum wurden Daten überhaupt herausgegeben?

Ebenfalls Gegenstand einer näheren Untersuchung wird die Frage sein, warum die Datensätze überhaupt herausgegeben wurden. Grundsätzlich besteht bei allen Datenbanken ja auch die Option, lediglich mit den Datensätzen zu arbeiten – ohne diese gleich an den Bearbeiter herauszugeben. Es gilt daher zu klären, wie sich auch das in Zukunft vermeiden lässt.

Fazit

Die Datensätze wurden von den Wettanbietern unter anderem dazu genutzt, um Altersangabe online zu prüfen. Allerdings erfolgte dies natürlich aus kommerziellem Interesse heraus. Ein Missbrauch ist damit nicht nur möglich, sondern auch naheliegend.
Natürlich besteht bei jeder Datensammlung immer auch die Gefahr, dass diese auch über den Ursprungszweck hinaus genutzt wird. Dies ist gerade vor dem Hintergrund der geplanten Gesundheitsdatenbank in Deutschland von Bedeutung, die von Gesundheitsminister Jens Spahn auf den Weg gebracht wurde – auch hier stellt sich die Frage, wie und in welcher Form der Zugriff möglich sein darf und welche konkreten Maßnahmen gegen einen Missbrauch ergriffen werden können.

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