Teurer Virenschutz: Avast verkauft Browserdaten an Konzerne

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Ausgerechnet ein Programm zum Schutz des eigenen Computers soll in großem Umfang Informationen weitergegeben haben. Betroffen sind Verbraucher, die die kostenlose Antiviren-Software des mehrfach ausgezeichneten Anbieters Avast installiert haben. Das Programm registrierte detailliert das Online-Verhalten seiner Nutzer und verkauft die Daten über die Tochterfirma Jumpshot an Konzerne wie Google, Microsoft oder McKinley. Avast hat die Tätigkeit von Jumpshot zwischenzeitlich eingestellt.

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Avast: „Holen Sie sich echten Schutz!“

Nicht zum ersten Mal steht der tschechische Software-Anbieter wegen Datenschutzproblemen in der Kritik. Ende vergangenen Jahres entfernten die Browser-Hersteller Google, Mozilla und Opera verschiedene Extensions von Avast und Tochterfirma AVG aus ihrem Angebot. Denn die Plug-Ins, die beim Surfen vor verdächtigen Seiten warnen sollten, zeichneten heimlich das Nutzerverhalten auf. Wie das Tech-Magazin Motherboard nun berichtet, hat Avast mittlerweile eine neue Strategie entwickelt. Die kostenlose Version des Virenschutzprogramms selbst speichert demnach das Surfverhalten und übermittelt die Informationen an das Marketing-Unternehmen Jumpshot.

Jumpshot: „Jede Suche. Jeder Klick. Jeder Kauf.“

Die Journalisten von Motherboard konnten sich einen Eindruck von den erhobenen Daten verschaffen. Sie fanden unter anderem Google-Suchen und Standortsuchen auf Google Maps einschließlich GPS-Koordinaten. Aber auch Klicks auf YouTube und einschlägige Porno-Seiten konnten abgerufen werden. So ließ sich beispielsweise ermitteln, wann ein einzelner User Seiten wie PornHub oder YouPorn besuchte, welche Schlagwörter er eingab und welche Videos er ansah. Zwar waren die Daten anonymisiert und enthielten weder Namen noch Mail-Adressen. Die Autoren des Artikels aber warnen: Eine vollständige Anonymisierung sei bei derart aufgeschlüsselten Informationen so gut wie unmöglich.

DSGVO-konformes Verhalten?

Auf ihrer Webseite wirbt die Avast-Tochter Jumpshot mit namhaften internationalen Kunden wie Google, Microsoft oder McKinsey. Auf Anfrage allerdings gaben die meisten von ihnen an, zum derzeitigen Zeitpunkt keine Daten von Jumpshot zu beziehen. Dabei ist der Verkauf nach Auffassung von Avast rechtlich einwandfrei. Schon seit Juli 2019 würden neue Nutzer der Software beim Download um ihre Einwilligung gebeten. Nur bei einem aktiven Opt-in könne Jumpshot Daten erheben und auswerten. Bestandskunden frage man derzeit ebenfalls, ob sie ihr Browserverhalten zur Verfügung stellen wollten. Auf diese Weise erfülle man auch die strengen Anforderungen der Datenschutz-Grundversorgung, so ein offizielles Avast-Statement.

Update:

Wie Avast mitteilte wurde die Tätigkeit von Jumpshot zwischenzeitlich eingestellt. Avast-CEO Ondrej Vlcek erläutert in einem offenen Brief die Hintergründe und entschuldigte sich bei den Nutzern für das verloren gegangene Vertrauen:

https://blog.avast.com/de/ein-brief-von-avast-ceo

 

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