Gesichtsdatenbank Clearview: Unbekannter greift auf Kundenliste zu

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Die App Clearview führt eine riesige Datenbank mit Fotos aus dem Internet, über die es Personen identifizieren kann. Bisher nutzen vor allem US-amerikanische Behörden das Portal, um Straftäter zu fassen. Jetzt hat es ein Unbekannter geschafft, auf die Kundenliste des Unternehmens sowie die jeweiligen Userkonten zuzugreifen. Wie konnte es zu dem Datenleck kommen?

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Das macht Clearview

Clearview bietet eine Datenbank mit rund 3 Milliarden Bildern von Personen. Laden Kunden auf der Plattform ein Bild von einer Person hoch, gleicht sie dies per Gesichtserkennung mit der Datenbank ab. Sie führt dann alle im Netz verfügbaren Fotos der Person auf.

Was führte zu dem Datenleck?

Wie genau sich der Unbekannte Zugang zur Kundenliste und den Nutzerkonten verschaffen konnte, verrät Clearview nicht. Es betonte lediglich, dass niemand Zugriff auf die Server und die Suchverläufe der Kundenkonten erhalten habe. Das Unternehmen habe die Schwachstelle geschlossen. Es arbeite weiter daran, die Sicherheit der Plattform zu stärken, so ein Anwalt der Firma.

Soziale Netzwerke mahnen Clearview ab

Soziale Netzwerke kritisieren das Vorgehen von Clearview. So hatte Twitter das Unternehmen Anfang Januar abgemahnt. Es verstoße gegen die Nutzungsbedingungen von Twitter. Es forderte Clearview dazu auf, keine weiteren Fotos und anderen Medien aus sozialen Netzwerken zu sammeln. Bereits auf Twitter gesammelte Fotos solle Clearview löschen.

Im Februar zogen dann Facebook, Google und der Mobile-Payment-Service Venmo nach. Sie mahnten Clearview ab und forderten, bisher gesammeltes Material zu löschen. Google verwies darauf, dass Clearview mit dem Abgreifen von Daten auf YouTube gegen die Nutzungsbedingungen des Video-Portals verstoße. Diese würden es ausdrücklich verbieten, Daten dazu zu nutzen, um Personen zu identifizieren.

Fazit

Trotz der fragwürdigen Vorgehensweise von Clearview ist nicht klar, ob es vor Gericht dafür belangt werden könnte. Erst vor einigen Monaten verlor LinkedIn einen Prozess in Kalifornien, bei dem es ebenfalls um Scraping ging.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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