Pandemie-Eindämmung: Telekom stellt Medizin anonymisierte Handydaten zur Verfügung

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Im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus kann das Robert-Koch-Institut nun auf Bewegungsströme von Smartphone-Besitzern zurückgreifen. Die Deutsche Telekom betont, dass sich aus den anonymisierten Datensätzen keine individuellen Profile einzelner Nutzerableiten lassen. In Israel dagegen wird bereits per SMS gewarnt, wer Kontakt zu einem Infizierten hatte. Eine Maßnahme, die man auch beim RKI nicht grundsätzlich ausschließen will.

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Telekom: Kein Rückschluss auf Einzelne

Der österreichische Anbieter A1 machte es vor, jetzt zog die Deutsche Telekom nach. Ein erstes Paket mit fünf Gigabyte sogenannter „Schwarmdaten“ hat der Mobilfunk-Dienstleister bereits an Berliner Wissenschaftler übergeben. Es handele sich dabei nicht um individuelle Profile, sondern um anonymisierte Massenstatistiken, twitterte die Telekom. Ein Rückschluss auf einzelne Verbraucher sei nicht möglich. Derartige Datenpakete biete man im Übrigen bereits seit 2015 an, beispielsweise für Städteplaner. Schon damals habe die Bundesdatenschutzbehörde das Vorgehen überprüft und freigegeben.

Quarantäne schränkt Radius ein

Auch Österreichs Anbieter A1 legt Wert auf die Feststellung, dass die Bündelung und Weitergabe von Daten der DSGVO entspricht. Für die Analyse würden immer 20 Teilnehmer zu einer Gruppe zusammengefasst. Die Beobachtung einer einzelnen Person sei daher ausgeschlossen. Erfasst würden die Geräte außerdem über zufällig generierte Nummern, die alle 24 Stunden neu erzeugt werden müssten. Wie A1 bekannt gab, ließ sich schon jetzt aus den Daten ablesen, dass alle Teilnehmer ihren Bewegungsradius stark eingeschränkt hätten.

Israel: SMS an Kontaktpersonen

Dass auch individuelle Handydaten bei der Eindämmung der Pandemie enorm hilfreich sein können, hat der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, mehrfach erläutert. Wie das funktionieren könnte, zeigt der israelische Geheimdienst. Angesichts der Corona-Pandemie darf er jetzt die Handydaten von Corona-Infizierten analysieren. Auch diese Maßnahme soll eine rasante Ausbreitung des Virus verhindern. Nach einem Bericht der New York Times werden deshalb Personen per SMS informiert, deren Standortdaten auf einen Kontakt mit Erkrankten hindeuten.

Fazit

Auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, will ein Tracking von Corona-Patienten nicht ausschließen. Schon jetzt gebe es Überlegungen, wie derartige Maßnahmen technisch möglich und datenschutzrechtlich zulässig gestaltet werden können. Der Bundesdatenschutz-Beauftragte Ulrich Kelber erklärte, seine Behörde berate das RKI bei der Entwicklung spezieller Apps zur Eindämmung der Pandemie. Anders als einige andere Staaten wolle Deutschland dabei den Datenschutz nicht vernachlässigen.

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