Netflix, Apple und Co: Noyb plant Datenschutzbeschwerde

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Während der Corona-Krise widmen sich nicht nur User zuhause verstärkt Streaming-Angeboten wie von Netflix und Apple. Die Datenschutzorganisation Noyb und die Arbeiterkammer (AK) Wien schauen den Diensten aktuell ebenfalls genau auf die Finger. Im Blickpunkt dabei: der Umgang mit den Kundendaten. Wie schnitten die beliebten Online-Dienste ab?

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Diese Anbieter hat Noyb untersucht

Noyb und die AK Wien haben die Dienste Netflix, Apple Music, Amazon Prime, Flimmit, YouTube, Soundcloud, Spotify und Dazn untersucht. Sie überprüften, inwiefern die Anbieter die Vorgaben der DSGVO erfüllen.

Das gibt die DSGVO vor

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gibt vor: Anbieter müssen User darüber aufklären, wie sie ihre personenbezogenen Daten verwenden. Das müssen sie präzise, transparent, verständlich, in einfacher Sprache und in leicht zugänglicher Form vornehmen.

Wie schnitten die Dienste im Test ab?

Noyb und die AK Wien kamen zu dem Ergebnis: Die meisten Dienste kommen den Anforderungen der DSGVO nicht zufriedenstellend nach. Denn: Es bleibe oft unklar, was mit den Kundendaten passiere. Die datenschutzrechtlichen Infos seien unpräzise oder nicht vorhanden. Dabei würden die Dienste schwammige Formulierungen wie „Daten können an Dritte weitergegeben werden“ verwenden.

Die Tester vergaben insgesamt 85 Einzelbewertungen. Davon waren nur 23 datenschutzrechtlich in Ordnung. 22 verstießen gegen die DSGVO. YouTube und Apple erreichten in den einzelnen Testfeldern nur die Bewertungen „nur teilweise zufriedenstellend“ und „nicht zufriedenstellend“. Noyb und die AK Wien kündigten daher an, eine DSGVO-Beschwerde einzureichen. Besser schnitten Soundcloud und der österreichische Filmstreaming-Dienst Flimmit ab. Sie erhielten mehrfach die Bewertung „überwiegend zufriedenstellend“.

So teuer könnte es für die Dienste werden

Je nachdem, wie schwer der Verstoß gegen die DSGVO ist, sieht das Gesetz Geldstrafen in Höhe von bis zu 4 Prozent des weltweiten Umsatzes vor. Für Apple könnte das beispielsweise heißen, dass das Unternehmen bis zu 8 Milliarden Euro zahlen müsste.

Fazit

Bereits vor gut einem Jahr hatte Max Schrems mit Noyb Beschwerden gegen die großen Digitalunternehmen eingereicht. Er hatte sie zuvor zur Auskunft nach der DSGVO aufgefordert. Diese hatten entweder gar nicht oder nur mit Rohdaten geantwortet.

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