Corona-Apps und Datenschutz: Wissenschaftler warnen vor Überwachung der Gesellschaft

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Das Konzept klingt vielversprechend: Mit dem Framework PEPP-PT sollen Länder in Europa datenschutzfreundliche Apps bauen können, um das Coronavirus einzudämmen. Ein Zusammenschluss aus 300 Wissenschaftlern warnt jetzt jedoch vor einer beispielslosen Überwachung der Gesellschaft durch Corona-Apps ohne Datenschutz. Darunter sind auch 50 deutsche Wissenschaftler. Sie distanzieren sich von dem Ansatz, den PEPP-PT verfolgt. Wie könnten Corona-Apps den Datenschutz verletzen?

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Was ist das Besondere an PEPP-PT?

PEPP-PT ist selbst keine App. Es ist das Grundgerüst einer Technologie für Corona-Apps, mit der Länder Daten austauschen können. Der Vorteil: Sie können so über Ländergrenzen hinweg nachvollziehen, mit welchen Menschen eine infizierte Person Kontakt hatte.

Was wird PEPP-PT vorgeworfen?

In einem offenen Brief warnen 300 Wissenschaftler vor den Folgen nichtdatenschutzkonformer Corona-Apps. Sie nennen PEPP-PT dabei nicht namentlich. Der Inhalt des Briefs zeigt jedoch, dass der Vorwurf (auch) an PEPP-PT gerichtet ist. Konkret geht es vor allem darum, wie PEPP-PT die Daten der User ablegen will. Bis vor kurzem gab es dafür 2 Ansätze:

Zentraler Ansatz

Die Technologie könnte die Daten zentral ablegen. Die Wissenschaftler sehen dabei die Gefahr, dass die Daten missbraucht werden könnten. Es wäre eine Überwachung der Regierung oder durch den privaten Sektor möglich. Das würde das Vertrauen in Corona-Apps katastrophal beeinträchtigen, so die Einschätzung der Wissenschaftler. Jede Lösung, die umfangreiche Daten zu Bürgern sammeln lässt, sei daher abzulehnen.

Dezentraler Ansatz

Die Technologie könnte die Daten dezentral ablegen. Dabei würde die Anwendung die Daten nur lokal auf den Geräten der Bürger speichern. Dieser Ansatz ist jedoch vor wenigen Tagen von der Webseite von PEPP-PT verschwunden.

Wer hat den Brief unterzeichnet?

Zu den Unterzeichnern des offenen Briefs zählen Forscher wichtiger Universitäten. Darunter sind Forscher von Oxford, Stanford, der Johns Hopkins Universität, der ETH Zürich und der Ruhr-Universität Bochum.

Fazit

Mitinitiator Hans-Christian Boos von PEPP-PT hatte den Streit um den zentralen oder dezentralen Ansatz des Frameworks als „Sturm im Wasserglas“ bezeichnet. Beide Ansätze seien bald wieder auf der Webseite zu finden. Mittlerweile haben die Verantwortlichen auf Github ein 25-seitiges Dokument zum Datenschutz und zur Datensicherheit hochgeladen. Die Frage der zentralen oder dezentralen Datenspeicherung in den einzelnen Ländern beantwortet PEPP-PT jedoch nicht eindeutig.

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