Corona-Apps: Kommt doch die dezentrale Datenspeicherung?

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Politik und Gesellschaft diskutieren seit Tagen, ob Corona-Apps die gesammelten Daten zentral oder dezentral speichern sollen. Bisher verfolgte die Bundesregierung den Ansatz einer zentralen Datenspeicherung. So könnten alle Daten beispielsweise auf einem Server des Robert-Koch-Instituts (RKI) abgelegt werden. Jetzt hat die Regierung umgeschwenkt. Gesundheitsminister Jens Spahn und Kanzleramtschef Helge Braun gaben an, nun einen dezentralen Ansatz zu verfolgen. Wie kommt es zu diesem Kurswechsel?

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Warum will die Bundesregierung jetzt eine dezentrale Datenspeicherung?

Eine zentrale Datenspeicherung hatten zuletzt unter anderem der Chaos Computer Club, die Stiftung Datenschutz und netzpolitische Vereine scharf kritisiert. Denn: Diese weist nur einen geringen Datenschutz auf. Die Regierung könnte beispielsweise die gewonnenen Informationen für andere Zwecke missbrauchen. Zudem mahnten über 300 Wissenschaftler in einem offenen Brief vor einer beispiellosen Überwachung der Gesellschaft.

Mit dem Schwenk auf eine dezentrale Datenspeicherung reagiert die Bundesregierung auf diese Kritik. Sie will so das Vertrauen der Bürger in eine Corona-App steigern.

So funktioniert die dezentrale Datenspeicherung

Bei einer dezentralen Datenspeicherung findet auf den Smartphones ein Abgleich zwischen den Infizierten und ihren Kontaktlisten statt. Die Geräte rufen dabei ständig aktuelle Informationen über neue Infizierte ab. Das heißt: Die Daten werden ausschließlich auf den Geräten selbst gespeichert. Diesen Ansatz verfolgt zum Beispiel das Projekt DP-3T. Auf diese Weise landen die Daten an keinem zentralen Ort.

Die Bundesregierung gab jedoch auch an: Bürger sollen ihre Daten freiwillig und in pseudonymisierter Form an das RKI weitergeben können.

Diese Gefahren birgt die dezentrale Datenspeicherung

Bei einer dezentralen Datenspeicherung bleiben die Daten auf den Smartphones. Da die Apps jedoch mit dem Betriebssystem verknüpft sind, könnten Google und Apple die gewonnenen Daten mit den gespeicherten Nutzerprofilen verknüpfen. Die Unternehmen geben zwar an, das nicht vorzunehmen. Google zeigte in der Vergangenheit jedoch immer wieder großes Interesse an den Gesundheitsdaten seiner User.

Fazit

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Österreich dafür entschieden, auf ein dezentrales Modell umzuschwenken. Dort ist eine Tracing-App bereits fertig. Sie basiert auf Bluetooth.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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