DSGVO: Bundesdatenschützer erneuert WhatsApp-Verbot für Bundesbehörden

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Die Herausforderungen der Corona-Krise dürfen nicht dazu führen, dass offizielle Stellen den Datenschutz vernachlässigen. Mit diesem Hinweis hat BfDI Ulrich Kelber noch einmal klar gestellt, dass die Nutzung von WhatsApp für Bundesbehörden ausgeschlossen ist. Er geht davon aus, dass der Messenger in großem Umfang Metadaten erfasst und diese an den Mutterkonzern Facebook weitergibt.

Anzeige

Klarstellung notwendig

Einzelne Bürgerinnen und Bürger hätten sich bereits über behördliche Kommunikation via WhatsApp beschwert. Das schreibt Kelber in einem Rundschreiben an sämtliche Bundesministerien und obersten Bundesbehörden. Dabei sei die Frage längst geklärt: Die Nutzung der Facebook-Tochter komme für die Beamten nicht in Frage. Dabei spiele keine Rolle, wer mit der Anwendung erreicht werden solle und welche Form man dafür wähle. Denn schon beim Versand einer Nachricht würden Metadaten an WhatsApp übertragen. Diese wiederum landeten höchstwahrscheinlich ohne weitere Umwege bei Facebook. Zu diesen Metadaten können beispielsweise IP-Adresse, Standort, Uhrzeit oder Informationen über das verwendete Gerät gehören.

Bausteine zur Profilbildung

Diese Metadaten sind laut Kelber als kleine Mosaiksteine anzusehen, die beim Erstellen von Nutzerprofilen zum Einsatz kommen könnten. Der Bundesdatenschutzbeauftragte verdeutlichte den Zusammenhang an einem Beispiel: Schon die Tatsache, dass ein Bürger einmal oder sogar häufiger mit einer Behörde kommuniziere, lasse Rückschlüsse zu. Der BfDI wies die Beamten auf ihre Verantwortung hin. Öffentliche Stellen seien in besonderem Maß an Recht und Gesetz gebunden. Darüber hinaus übten sie eine Vorbildfunktion aus.

WhatsApp wehrt sich

Die Facebook-Tochter selbst hat Kelbers Vorwürfe zurückgewiesen. Sämtliche Nachrichten seien ohnehin verschlüsselt. Aber auch Metadaten würden nicht an Facebook weiter geleitet, um damit personifizierte Werbung zu verbessern. WhatsApp halte bei der Datenverarbeitung die Vorgaben der DSGVO ein.

Fazit

Der Bundesdatenschutzbeauftragte sieht durchaus, dass die Corona-Krise Ministerien und Behörden vor besondere Herausforderungen stellt. Fake News und Kettenbriefen wolle man möglichst schnell verlässliche Informationen entgegensetzen. Wer dabei allerdings auf WhatsApp zurückzugreife, habe offenbar bisher versäumt, einen datenschutzfreundlichen Dienst zu etablieren.

Anzeige

10000 Buchstaben übrig


Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Sicherheitssoftware ZoneAlarm: Hacker kopieren Nutzerdaten aus Forum Der Trojaner Emotet legt das Berliner Kammergericht lahm und infiziert Accounts der Humboldt-Universität. Viel besuchte Pornowebseiten führen eine ungeschützte ...
Weiterlesen...
20 Monate DSGVO: Frankreich und Deutschland Spitzenreiter bei Geldbußen 114 Millionen Euro an Bußgeldern haben europäische Datenschutzbehörden seit Einführung der DSGVO verhängt. Im Vergleich mit den übrigen Ländern liegt Deutschlan...
Weiterlesen...
DSGVO-Auskunft: Unternehmen zu 15.000 Euro Zwangsgeld verurteilt Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gibt Verbrauchern ein Auskunftsrecht: Sie können Unternehmen dazu auffordern offenzulegen, welche personenbez...
Weiterlesen...
Nutzertracking: Datenschutzbehörden und Verbraucherschützer machen Ernst Bisher haben sich Datenschützer mit Bußgeldern zurückgehalten, wenn Webseitenbetreiber keine wirksame Einwilligung in das Nutzertracking einholten. Damit ist je...
Weiterlesen...
Datenschutz: Fitnesstracker mit erheblichen Mängeln Fitnesstracker sind der moderne Trainingspartner. Sie dokumentieren die eigenen Fortschritte und motivieren so zu Sport und Bewegung. Den Umgang mit persönliche...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support