DSGVO: 16,7 Millionen Euro Bußgeld für italienischen Telekommunikationsanbieter

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Die italienische Datenschutzbehörde hat gegen das Telekommunikationsunternehmen Wind Tre ein Bußgeld in Höhe von 16,7 Millionen Euro ausgesprochen. Wind Tre verfügt eigenen Angaben nach über rund 30 Millionen Kunden. Wie verstieß das Unternehmen gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)?

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Wie verstieß Wind Tre gegen die DSGVO?

Wind Tre verstieß mehrfach gegen geltende Datenschutzbestimmungen, unter anderem gegen die Art. 5, 6, 7, 12, 24 und 25 DSGVO. Dabei verletzte das Unternehmen den Datenschutz vor allem durch seine Werbeaktivitäten.

Wind Tre holt keine gültigen Einwilligungen ein

Wind Tre kontaktierte Kunden mehrfach über SMS, E-Mail, Fax und Telefonanrufe, um für seine Produkte zu werben. Die Kunden hatten vorher jedoch nicht in eine Kontaktaufnahme eingewilligt. Das Unternehmen kontaktierte zudem auch Kunden, die der Werbung bereits mehrere Male widersprochen hatten.

Darüber hinaus berichteten Kunden, dass sie ihre Zustimmung in eine Kontaktaufnahme oder zur Verarbeitung ihrer Daten nicht widerrufen konnten. Bei den Apps MyWind und My3 mussten sie einwilligen, dass Wind Tre ihre Daten für Marketing, Profilerstellung, Kommunikation mit Dritten und Geolokalisierung verarbeitet. Sie konnten diese Einwilligung erst nach 24 Stunden widerrufen. Und: Das Unternehmen veröffentlichte immer wieder Personendaten in öffentlichen Telefonbüchern, obwohl Kunden dem nicht zugestimmt hatten.

Wind Tre kontrolliert Handelspartner nicht

Die Datenschutzbehörde bemängelte zudem, dass Wind Tre nicht sorgfältig kontrolliert hat, ob die mit der Datenverarbeitung und Kontaktierung der Kunden beauftragten Handelspartner die DSGVO einhalten. Einer der Partner von Wind Tre muss daher eine Geldstrafe von 200.000 Euro zahlen. Dieser hatte Kundendaten unrechtmäßig gesammelt.

Das ordnete die Datenschutzbehörde an

Die italienische Datenschutzbehörde ordnete an, dass Wind Tre keine Daten verarbeiten darf, wenn es nicht über eine nachweisbare und datenschutzkonforme Einwilligung der Kunden verfügt. Und: Das Unternehmen muss seine eigenen technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Wahrung des Datenschutzes regelmäßig überprüfen. Der Anbieter muss zudem die beauftragten Drittunternehmen wirksam kontrollieren, ob diese den Datenschutz einhalten.

Fazit

Wind Tre hatte damit nicht zum ersten Mal gegen den Datenschutz verstoßen. Bereits vor der DSGVO bestand gegen das Unternehmen eine Unterlassungsverfügung, da es ähnlich gegen geltende Datenschutzbestimmungen verstoßen hatte.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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