Datenschutz: LinkedIn-App kopiert Zwischenablage

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Apple wirbt bei seinen Produkten vor allem damit, dass sich User um den Datenschutz keine Sorgen machen müssen. Dafür erhielt das iPhone-Betriebssystem iOS 14 eine neue Funktion. Diese teilt Nutzern mit, wenn eine App Daten aus der Zwischenablage ausliest. User in den USA fanden jetzt heraus: Die LinkedIn-App greift immer wieder auf das Clipboard unter iOS und iPadOS zu – ohne vorher zu fragen. Ein User reichte daher Klage gegen das Unternehmen ein. Was wirft er LinkedIn vor? Und was sagt das Karrierenetzwerk zu dem Vorwurf?

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Wie flog die LinkedIn-App auf?

iOS 14 ist derzeit noch in einer Betatestphase. Es verfügt über eine Sicherheitsfunktion, die User per Pop-up benachrichtigt, wenn Apps auf die Zwischenablage zugreifen. Mehrere User stellten dann fest: Die LinkedIn-App erfasst jedes einzelne Zeichen, das sie in der App eingeben. Und: Sie greift regelmäßig auf das Clipboard zu. Die App könnte daher sensible Daten übertragen.

Das sagt LinkedIn dazu

LinkedIn gab an, dass es sich dabei um einen Fehler in der App handele. Das Unternehmen habe das Problem auf einen Codepfad zurückverfolgt, der Inhalte aus der Zwischenablage und dem aktuell eingetippten Content einer Textbox abgleiche. LinkedIn speichere oder übertrage die Daten aus der Zwischenablage jedoch nicht.

Darum will ein Nutzer LinkedIn verklagen

Ein Nutzer aus New York reichte beim Bundesgericht in San Francisco Klage gegen LinkedIn ein. Sein Vorwurf: Die App lese potenziell sensible Inhalte aus der Zwischenablage und zweckentfremde diese womöglich. Die Klage bezieht sich dabei konkret auf das Clipboard des Betriebssystems von Apple. So kopiere die App Inhalte aus der Zwischenablage vom Mac auch auf iPhone und/oder iPad und umgekehrt. So würden nicht nur Eingaben vom iPhone bei LinkedIn landen, sondern auch Inhalte vom Mac. LinkedIn habe daher gegen die Datenschutzgesetze Kaliforniens verstoßen. Der Nutzer strebt eine Sammelklage gegen das Unternehmen an. Er fordert Schadensersatz.

Fazit

LinkedIn ist nicht die einzige App, die Daten in der Zwischenablage einsieht. Mittlerweile ist klar: Mindestens 52 weitere Anwendungen – zum Teil bekannter Anbieter – greifen regelmäßig auf Apples Clipboard zu.

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