Niedersächsisches Kulturministerium: Sensible Daten offen im Netz

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Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) betreibt ein Portal, auf dem Künstler, Vereine und Museen Fördergelder und Stipendien beantragen können. Ein User entdeckte jetzt: Änderte man die URL-Parameter, konnte man direkt auf die Daten von Antragstellern zugreifen. Der User informierte Heise Security. Welche Daten lagen frei im Netz? Und wie reagierte das MWK auf das Datenleck?

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Wie könnte das MWK gegen den Datenschutz verstoßen haben?

Antragsteller geben beim MWK unter anderem Namen, Adresse, Telefonnummer, Lebenslauf, Ausweiskopien und Bankverbindung an. Diese Daten lagen frei im Web. Um darauf zuzugreifen, mussten User lediglich ein Konto erstellen und dann den Wert der Nutzer-ID verändern. Das Portal wechselte dann zu dem der ID zugehörigen Konto. User konnten so theoretisch alle hinterlegen Daten einsehen und ändern. Das berichtet Heise Security.

MWK mit weiteren Datenschutzmängeln

Daneben zeigte das Portal des MWK zahlreiche weitere Datenschutzmängel. So erhob es persönliche Daten, ohne dass das Antragsverfahren aufklärte, was es damit macht. Zudem mussten Antragsteller versichern, dass sie die Datenschutzerklärung des Portals gelesen haben. Diese war im Antragsverfahren jedoch nicht zu finden. Und: Hatten User einmal ein Konto angelegt, konnten sie dies nicht mehr löschen.

So reagierte das MWK auf das Datenleck

Heise Security informierte das MWK, nachdem es die Datenschutzmängel aufgedeckt hatte. Das Ministerium schaltete das Portal dann sofort ab. Es gab an, das Antragsverfahren durch externe Sachverständige prüfen zu lassen.

Hochschul-Informations-System mit Datenleck

Das Datenleck des MWK ist nicht das erste einer öffentlichen Einrichtung in diesem Jahr. Erst im März hatte das Magazin für Computertechnik c’t herausgefunden: Das Hochschul-Informations-System (HIS), das von zahlreichen staatlichen Unis verwendet wird, wies eine schwere Sicherheitslücke auf. Seit 9 Jahren standen persönliche Daten von mehr als 600.000 Studenten offen im Netz. Darunter waren Namen, Adressen, Geburtsdaten und Matrikelnummern.

Fazit

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schreibt vor: Das MWK muss den Fall der zuständigen Aufsichtsbehörde melden. Und: Sie muss auch betroffene User über das Datenleck aufklären.

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