Verbraucherschutz: Sind branchenweite Stromkunden-Datenbank erlaubt?

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Die Schufa und die Münchner Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel arbeiten derzeit an einer branchenweiten Datenbank aller Strom- und Gaskunden. Das berichten der NDR und die Süddeutsche Zeitung (SZ). Bisher dürfen Anbieter nur Daten austauschen, wenn Kunden ihre Rechnungen nicht bezahlen oder betrügen. Welche Gefahren sehen Datenschutzexperten in Stromkunden-Datenbanken? Und wer entscheidet, ob die Datenbanken kommen dürfen?

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Das sollen die Stromkunden-Datenbank speichern

Die von der Schufa konzipierte Datenbank heißt „Schufa-E-Pool“. Diese soll jedoch noch nicht marktfähig sein. Die Schufa gab an, mit der Datenbank keine Kundenwechsel verhindern zu wollen. Sie soll es Energieversorgern lediglich ermöglichen, Kunden genauer zu bewerten. Dafür speichere die Datenbank nur die Vertragsdauer. CRIF Bürgel wies darauf hin, keine Auskunft über mögliche Projekte zu geben.

Wie sehen Datenschutzexperten die Stromkunden-Datenbanken?

Bei manchen Energieversorgern wird jeder fünfte Neukunde abgelehnt. Das fand das Verbraucherportal „Wechselpilot“ heraus. Diese Kunden müssen dann zu einem anderen Versorger, der teurer sein kann. Der Datenschutzexperte und frühere Landesdatenschutzbeauftragte Schleswig-Holsteins, Thilo Weichert, sieht die Datenbanken daher kritisch. Sie führten dazu, dass Verbraucher ihren Anbieter nicht mehr frei wählen können. Das sieht auch die Verbraucherschützerin Barbara Saerbeck so. Sie mahnt, dass die Informationen in Stromkunden-Datenbanken Verbraucher diskriminieren könnten.

Michael Kaiser von der hessischen Datenschutzbehörde sieht die Datenbanken weniger kritisch. Er sehe ein legitimes Interesse der Energieanbieter. Es habe immer wieder Insolvenzen aufgrund nutzloser Akquisitionskosten gegeben.

So sehen Energieversorger die Stromkunden-Datenbanken

NDR und SZ haben 75 Energieversorger gefragt, wie sie eine branchenweite Kundendatenbank sehen. Nur einige Versorger zeigten sich ablehnend, darunter EnBW. Vattenfall gab an, im Austausch zu stehen, aktuell jedoch nicht an einem Datenpool teilzunehmen. E.ON ließ wissen, bereits mit der Schufa und mit CRIF Bürgel zusammengearbeitet zu haben. Das Unternehmen habe daher einen derartigen Datenpool geprüft. Über eine Projektphase sei dieser jedoch nicht hinausgekommen. 25 Energieversorger antworteten nicht auf die Anfrage von NDR und SZ.

Fazit

Anfang November wollen die Datenschutzbehörden bundesweit über die Datenbanken abstimmen. Die Bundesnetzagentur kann die Datenbanken nicht verbieten. Sie hat eigenen Angaben zufolge keine rechtliche Handhabe, einen Datenpool mit besonders wechselwilligen Kunden zu untersagen.

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