Dating-App Grindr: Sicherheitslücke erlaubte Übernahme von Nutzerkonto

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Grindr ist eine Dating-Plattform für die LGBTQ-Community. Sie hat weltweit 27 Millionen Nutzer. 3 Millionen User nutzen die App täglich. Ein Sicherheitsforscher fand jetzt heraus: Die App hat eine Sicherheitslücke. Angreifer konnten darüber ohne großen Aufwand Konten von Usern übernehmen. Wie war das möglich? Und wie reagierte Grindr auf die Sicherheitslücke?

Anzeige

Wie konnten Angreifer Nutzerkonten übernehmen?

Um bei Grindr ihr Passwort zurückzusetzen, müssen User einen Reset-Link nutzen. Sie erhalten diesen per E-Mail. Der französische Sicherheitsforscher Wassime Bouimadaghene fand heraus: Die Webseite zum Anfordern des Links gibt bereits den Security-Token preis, der eigentlich erst Bestandteil des Links sein soll. Das heißt: Kannten Angreifer die E-Mail-Adresse von Grindr-Usern, konnten sie selbst einen Reset-Link erzeugen und darüber ein neues Passwort vergeben. Sie konnten so Nutzerkonten übernehmen.

So reagierte Grindr auf die Sicherheitslücke

Der französische Sicherheitsforscher wies Grindr auf die Sicherheitslücke hin. Das Unternehmen antwortete darauf jedoch zunächst nicht. Daraufhin informierte er seinen Security-Kollegen Troy Hunt. Dieser bestätigte das Problem. Dann reagierte Grindr. Es schloss die Sicherheitslücke und bedankte sich bei dem französischen IT-Forscher für den Hinweis.

Grindr geht nicht davon aus, dass Angreifer die Sicherheitslücke ausgenutzt haben. Das Unternehmen will jetzt mit einer Security-Firma zusammenarbeiten, um derartige Schwachstellen aufzudecken. Und: Es will User, die Sicherheitslücken finden, belohnen.

Verletzt Grindr die DSGVO?

Um sich bei Dating-Apps wie Grindr anzumelden, müssen User zahlreiche persönliche Daten angeben. Diese Daten gibt Grindr an Werbenetzwerke und ähnliche Drittanbieter weiter. Das fand kürzlich der norwegische Verbraucherschutzverband Forbrukerrådet heraus. Grindr gibt dabei unter anderem den GPS-Standort, die Gerätekennung und die Tatsache, dass User eine Dating-App für Homosexuelle nutzen, weiter. Die Verbraucherbehörde gab an, dass das nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) illegal sei.

Fazit

Erst kürzlich kam heraus: Die Cloud-Software Gastronovi wies eine schwere Sicherheitslücke auf. Die Web-App prüfte die Zugriffsrechte der Benutzer im System nicht effektiv. Dritte konnten sich so einen vollen Administrator-Zugriff auf die App verschaffen. Sie konnten unter anderem 87.000 Corona-Daten, 4,8 Millionen Personen-Datensätze und 5,4 Millionen gespeicherte Reservierungen von Restaurants einsehen.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Verbraucherschutz: Sind branchenweite Stromkunden-Datenbank erlaubt? Die Schufa und die Münchner Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel arbeiten derzeit an einer branchenweiten Datenbank aller Strom- und Gaskunden. Das berichten der N...
Weiterlesen...
DSGVO: Schadensersatz für unberechtigte Abmahnungen Mit dem Inkrafttreten der DSGVO entstand auch die Sorge vor neuen Abmahnwellen. Verstöße gegen die europäische Datenschutzgrundverordnung, die möglicherweise gl...
Weiterlesen...
Bundesgerichtshof: Facebook muss Sammeln von Nutzerdaten einschränken In einem Eilverfahren vor dem höchsten deutschen Gericht hat sich das Bundeskartellamt gegen Facebook durchgesetzt. Das soziale Medium darf bis auf Weiteres nic...
Weiterlesen...
Alexa und Google Home: Diese Gefahren lauern in Sprachassistenten User können mittlerweile nicht mehr nur auf eigene Apps der Sprachassistenten Alexa und Google Home setzen, sondern auch Anwendungen von Drittanbietern installi...
Weiterlesen...
ePrivacy-Verordnung: Staaten können sich nicht einigen Eigentlich sollte die ePrivacy-Verordnung zusammen mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) starten und so die ePrivacy-Richtlinie aus dem Jahr 2002 ablösen....
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support