Datenschutz: Sicherheitslücke in Gesundheitsapp

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Velibra ist eine App, die Patienten mit Angst- und Panikstörungen helfen soll. Ärzte können die App verschreiben. Zwei Sicherheitsforscher fanden jetzt heraus: Die App hat mehrere Sicherheitslücken – obwohl das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sie als sicher befunden hatte. Wieso fand das BfArM die Schwachstellen nicht? Und welche Daten waren gefährdet?

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Welche Daten legte die Sicherheitslücke offen?

Die Sicherheitsforscher fanden heraus: Die App teilte Nutzern bei der Registrierung mit, ob eine E-Mail-Adresse bereits vergeben war. Angreifer hätten daher gezielt Adressen testen können, ob jemand ein Patient mit Angst- und Panikstörungen ist.

Zudem war der per E-Mail verschickte Code zum Zurücksetzen von Passwörtern mit 4 Zeichen zu kurz und mit 24 Stunden zu lang gültig. Dritte hätten per Raten des Codes die Konten von Nutzern übernehmen können. Und: Über eine API hätten Dritte die Nutzernamen und E-Mail-Adressen von registrierten Usern abfragen können – ohne Authentifizierung.

App sendet Daten in die USA

Die App ist im Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) gelistet. Die Verordnung des Verzeichnisses gibt vor, dass Apps ohne Privacy Shield keine Daten in die USA übertragen dürfen – auch nicht mit Standardvertragsklauseln. Velibra hatte jedoch externe Schriftarten und ein Tool zum Bugreporting aus den USA eingebunden.

Hätte das BfArM die Sicherheitslücken finden müssen?

Das Handelsblatt berichtet, dass sich das BfArM nicht verantwortlich sieht. Denn: Es müsse nicht überprüfen, ob die Herstellerangaben plausibel sind. Mache eine App unwahre Angaben, müsse sie mit Konsequenzen rechnen. Das könne zum Beispiel eine Streichung aus dem Verzeichnis sein. Das Bundesgesundheitsministerium habe das BfArM nicht dafür ausgestattet, Datenschutz und Sicherheit umfangreich zu überprüfen.

Fazit

Nicht nur das BfArM fand die Sicherheitslücken nicht. Eine zuvor beauftragte Pentesting-Firma hatte die Schwachstellen ebenfalls nicht entdeckt. Velibra hat die Lücken unmittelbar behoben – noch vor dem Launch der App. Denn: Die App war zwar bereits im DiGA geführt. Bevor Ärzte diese jedoch das erste Mal verschreiben konnten, wollte das Unternehmen hinter Velibra noch technische Details klären.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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