LinkedIn: Daten von 500 Millionen Profilen im Darknet angeboten

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Nur wenige Tage nach dem Bekanntwerden eines riesigen Datenlecks bei Facebook muss auch das Karriere-Netzwerk LinkedIn einen Fall von Datenmissbrauch eingestehen. Allerdings soll es sich diesmal nicht um einen Hacker-Angriff handeln. Bisher zumindest habe man nur Informationen gefunden, die öffentlich auf den Profilseiten der Nutzer einzusehen waren.

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Angeblich kein Datenleck

Beim sogenannten „Scraping“ nutzt man in der Regel technische Mittel, um Informationen von einer großen Zahl frei zugänglicher Webseiten zu kopieren. Diese werden dann für bestimmte Zwecke neu aufbereitet. Das muss nicht unbedingt einen kriminellen Hintergrund haben. Werden allerdings in großem Stil persönliche Daten abgegriffen und als Sammelwerk für interessierte Hacker zum Kauf angeboten, ist die Intention der Täter klar. So hat auch ein Sprecher des Netzwerks in einer ersten Stellungnahme darauf hingewiesen, dass die Scraper eindeutig gegen die Nutzungsbedingungen von LinkedIn verstoßen hätten. Gleichzeitig betonte er, dass es sich nach bisherigem Kenntnisstand nicht um einen Hacker-Angriff im eigentlichen Sinne handele. Alle erbeuteten Informationen wären für Nutzer des Systems öffentlich einsehbar gewesen.

 

Gefahr: Spam, Phishing, Betrugsversuche

Trotzdem: Die jetzt zum Verkauf angebotene Datenbank enthält Namen, Vornamen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Arbeitsplatz-Informationen von einer halben Milliarde Accounts. Auch die Links zum jeweiligen LinkedIn-Profil und zu weiteren Social-Media-Konten der Inhaber sind Teil des Pakets. Finden die Informationen einen Käufer, könnten sie beispielsweise für Phishing-Versuche genutzt werden. Auch beliebt bei Kriminellen sind sogenannte „Brute-Force“-Angriffe. Dabei ermittelt eine Software durch wahlloses Ausprobieren von Zahlen und Buchstabenkombinationen das Passwort eines Benutzers. Ist dieses erst einmal bekannt, können damit unter Umständen auch andere Accounts geknackt werden.

 

Italienische Behörde ermittelt

Der Anbieter der Datensätze erbittet bisher nur Preisvorschläge. Unter einem vierstelligen Betrag allerdings will er nicht verhandeln. Um sich von der Brauchbarkeit der Daten zu überzeugen, können Interessenten zum Preis von zwei US-Dollar schon jetzt zwei Millionen Datensätze herunterladen. Unklar ist bisher, ob es sich nur um aktuelle oder auch um ältere Profil-Informationen handelt. Für die italienische Datenschutz-Aufsicht reicht der Vorfall aus, um eine Untersuchung einzuleiten.

 

Praxis-Tipps

  1. Als Inhaber eines LinkedIn-Profils können Sie auf folgender Webseite überprüfen, ob Ihre Daten bereits im Darknet aufgetaucht sind: https://cybernews.com/personal-data-leak-check/
  2. Ändern Sie sicherheitshalber in jedem Fall das Passwort Ihres LinkedIn-Accounts und Ihres E-Mail-Kontos!
  3. Sollten Sie Ihr LinkedIn-Passwort darüber hinaus für weitere LogIns verwenden, ändern Sie es auch dort!
  4. Achten Sie jetzt verstärkt auf verdächtige SMS, Mails oder Kontakt-Anfragen von Fremden an Ihr LinkedIn-Profil. Geben Sie keine Informationen preis und klicken Sie nicht auf Links unbekannter Absender.

 

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