Datenschutz und Homeoffice: Mehr Verfahren durch Corona

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Während der Corona-Pandemie haben Datenschutzverstöße offenbar zugenommen: Das ist das Resultat eines Berichts der Landesbeauftragten für Datenschutz in Brandenburg. Ein Blick in den Bericht zeigt: Immerhin rund 70 Verfahren konnte die zuständige 2020 verzeichnen – davon wurden 16 mit Bußgeldentscheid geschlossen.

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Mehr Homeoffice, mehr Homeschooling

Klar ist: Durch die COVID 19-Pandemie und die dadurch notwendigen Maßnahmen gab es 2020 einen deutlich höheren Anteil an Arbeitnehmern, die aufs Homeoffice wechselten – und bundesweit war bei allen Schülern Homeschooling bzw. Distance Learning angesagt. Trotz Digitalisierung kein einfaches Unterfangen: An vielen Ecken und Enden zeigten sich Schwierigkeiten und auch das Thema Datenschutz – gerade im Hinblick auf die Umsetzung der europäischen Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) – war überall ein Thema.

Im Fokus standen dabei beliebte Anwendungen wie das von den Schulen eingesetzte Microsoft Teams, aber auch Videokonferenzsysteme wie Zoom. Nicht ohne Folgen: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Beschwerden rund um den Datenschutz um satte 50 Prozent.

 

Datenpanne in der Microsoft-Cloud

In einem Fall gab es einen datenschutzrechtlichen Verstoß aufgrund einer Datenpanne in der Microsoft-Cloud. Dieser machte einen uneingeschränkten Zugriff auf personenbezogene Daten möglich – unter anderem mit der Option, auf interne Schuldokumente, Mails und Kontaktdaten zuzugreifen. Besonders heikel: Die Schule konnte keinen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung mit Microsoft vorlegen – ganz einfach deshalb, weil keiner geschlossen worden war.

 

Ebenfalls Thema: Kontaktnachverfolgung in der Gastronomie

Ein weiteres Problemfeld waren die Systeme zur Kontaktnachverfolgung in Gastronomiebetrieben. Diese sollte Infektionsketten transparent machen – und in mittel- bis langfristig verhindern. Allerdings zeigte sich hier schnell die Unbedarftheit, mit der die Unternehmen in der Gastronomie zum großen Teil mit den persönlichen Daten ihrer Gäste umgehen: Mehr als die Hälfte aller Kontrollen zeigten, dass datenschutzrechtliche Vorgaben aus der DSGVO nicht oder nur unzulänglich umgesetzt wurden.

 

Corona-Warnapp – oder doch lieber Luca?

Datenschutz und kein Ende: Auch bei der digitalen Aufbereitung gab es datenschutzrechtliche Bedenken. Die am Anfang scheinbar überlegene App Luca hat sich bei genauerer Betrachtung als problematisch erwiesen – hier wurde gerade auch zuletzt Kritik von Experten und vom Chaos Computer Club (kurz: CCC) laut.

 

Fazit

Corona ist auch aus datenschutzrechtlicher Sicht eine Herausforderung: Dem Tempo, mit dem Lösungen gefunden werden mussten, ist geschuldet, dass viele Lücken zunächst außen vor blieben. Diese werden nun aber mehr als deutlich, wie der Tätigkeitsbericht der Landesbehörde zeigt. Vereinzelt wurde nun schon ein Schutz des Lehrpersonals vor Strafverfolgung rund um Datenschutzverstöße gefordert – ob das tatsächlich zur Umsetzung gelangt, ist aber noch offen.

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