Cookie-Banner: Datenschützer stellen nutzerfreundliche Browser-Lösung vor  

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Ein einfaches Add-on im Browser könnte nervtötende Cookie-Abfragen ein für alle Mal überflüssig machen. Nutzer müssten lediglich ihre Präferenzen eingeben und die weitere Kommunikation mit den Webseiten der Technik überlassen. Einen funktionierenden Prototyp hat nun österreichische Datenschützer Max Schrems präsentiert.

Anzeige

Abfrage-Design verleitet zur Zustimmung

Wer es eilig hat, entscheidet sich für den einfachsten Weg: Poppt ein Cookie-Banner auf, klickt man auf den auffällig gestalteten „Alles akzeptieren“-Button und hat seine Ruhe. Denn die Alternative bedeutet oft, sich durch mehrere unübersichtliche Seiten zu klicken und dabei zig einzelne Häkchen zu entfernen. Dabei soll die Datenschutz-Grundverordnung eigentlich das Gegenteil erreichen: dass Verbraucher sich bewusst für oder gegen die Verarbeitung ihrer Daten zu Werbezwecken entscheiden können. Sie sieht dafür auch eine einfache Lösung vor. In Artikel 21 (5) heißt es, das Widerspruchsrecht könne „mittels automatisierter Verfahren“ ausgeübt werden, bei denen „technische Spezifikationen verwendet“ werden. Bisher allerdings existierten solche Lösungen nicht. Wohl auch deswegen, weil Unternehmen und Tracking-Dienste sich von den teils rechtswidrigen Cookie-Bannern mehr Nutzerdaten versprechen.

 

Intelligentes Cookie-Management

Grund genug für den Juristen Max Schrems und seine Datenschutz-Organisation noyb (kurz für: none of your business) selbst aktiv zu werden. Zusammen mit dem Sustainable Computing Lab der Wirtschaftsuniversität Wien entwickelte man ein automatisches Browser-Signal namens Advanced Data Protection Control (kurz: ADPC). Es beantwortet im Hintergrund die Cookie-Anfragen von Webseiten nach den Vorgaben des Nutzers. Anders als bei bereits existierenden Funktionen wie „Do Not Track“ lässt sich das neue Tool ganz differenziert einstellen. So kann beispielsweise eine Whitelist mit Webseiten angelegt werden, für die das Tracking zugelassen sein soll. Möglich wäre es auch, sich nach drei Monaten an eine Überprüfung der einzelnen Optionen erinnern zu lassen. Mit zahlreichen weiteren Möglichkeiten könnte laut Schrems ein „intelligentes Management“ von Cookie-Abfragen programmiert werden. Auf der englischsprachigen Webseite https://www.dataprotectioncontrol.org/prototype/ können Interessenten die Funktionsweise schon einmal mit einer Demo-Version testen.

 

Fazit

Mit ADPC wollen die Datenschützer von noyb und Wirtschaftsuni Wien zeigen: Eine automatisierte Verarbeitung von Cookie-Abfragen ist technisch möglich. Sie erspart Verbrauchern den zeitraubenden Umgang mit Cookie-Bannern und sichert gleichzeitig die Einhaltung der DSGVO. Ob der Einsatz eines entsprechenden Tools für Webseitenbetreiber verpflichtend wird, muss allerdings der Gesetzgeber entscheiden.

Anzeige
Kommentare  
Chuck
0 # Chuck 21.06.2021, 13:45 Uhr
Wenn die Umsetzung so gelingt, wie angekündigt, wäre es eine komfortablere Version von dem bereits existierenden AddOn: "I don't care about cookies"
Mal sehen, wie es im Vergleich funktioniert.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Chuck
0 # Chuck 23.06.2021, 15:56 Uhr
Tja, funktionierte leider nicht :-( Nicht einmal bei Google oder youtube oder anderen sehr bekannten Seiten
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Der wachsame Bürger: Sind private Fotos zum Beweis von Ordnungswidrigkeiten erlaubt?  Einige Bürger haben es sich zur Aufgabe gemacht, andere bei Behörden anzuschwärzen. Doch dürfen sie für die Dokumentation von Gesetzesverstößen auch Fotos...
Weiterlesen...
Datenschutz: Corona-Apps brauchen klare Regeln Mehrere Mitgliedsstaaten in Europa arbeiten aktuell daran, Corona-Apps zu entwickeln. Diese sollen dabei helfen, Infektionsketten nachvollziehen zu können. EU-K...
Weiterlesen...
Spieleplattform Roblox: Hacker greift auf Nutzerdaten zu In der Regel suchen sich Hacker eine Schwachstelle in der IT-Sicherheit, um in die Datenbank von Unternehmen zu gelangen. Das ist jedoch nicht die einzige Mögli...
Weiterlesen...
Datenschutz: Sendet Gesundheitsapp Ada Daten an Facebook? User können über die Gesundheitsapp Ada Symptome eingeben und sich so Tipps zur Behandlung holen. Die App hat im Google Play Store über 5 Millionen Downloads. D...
Weiterlesen...
Trotz Datenschutz: Keine Löschung von Einträgen in die Schülerakte bei Schulwechsel Verbietet die DSGVO das Speichern von Informationen über jugendliches Fehlverhalten? Und verletzt die Weitergabe an eine nachfolgende Schule den persönlichen Da...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support