Apple: Strengerer Datenschutz lässt Werbekunden zu Android wechseln

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Seit Einführung des Betriebssystems iOS 14.5 können Apple-Kunden ganz einfach selbst entscheiden, welche Apps ihr Nutzerverhalten auswerten dürfen. Die Folge: Nur noch rund ein Drittel der Anwendungen bekommt Zugriff auf die Daten. Damit sind iPhone- und iPad-Besitzer plötzlich weit weniger „gläsern“ als vorher. Das wirkt sich auch auf den Werbemarkt aus.

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„Nein“ zu Tracking möglich

Wie das Wall Street Journal berichtet, schichten immer mehr Werbetreibende ihre Etats um. Preise für mobile Anzeigen auf iOS-Geräten sinken; bei Android-Smartphones und -Tablets dagegen ist das Schalten von Werbung teurer geworden. Hier nämlich können weiterhin Anzeigen präsentiert werden, die exakt auf Nutzerverhalten und persönliche Interessen zugeschnitten sind. Konkurrent Apple hingegen legt nun mehr Wert auf die Privatsphäre der Verbraucher. App-Betreiber müssen beim ersten Öffnen ihrer Anwendung ausdrücklich fragen, ob sie das Verhalten von Nutzerin oder Nutzer geräteübergreifend speichern und auswerten dürfen. Nach dem Update im Frühjahr erhielten iPhone-Besitzer innerhalb weniger Tage jede Menge dieser automatischen Anfragen. Und konnten mit einem einzigen Klick ohne Angabe von Gründen das Sammeln von Informationen zum Erstellen eines Persönlichkeitsprofils untersagen.

 

Keine personalisierten Anzeigen mehr

Offenbar sehen die meisten Nutzer keinen Vorteil in der Freigabe ihrer Daten. Laut Wall Street Journal willigen nur 33 Prozent der Apple-Nutzer in die Verarbeitung ein. Die übrigen zwei Drittel sind als Zielgruppe für Werbetreibende aber weit weniger attraktiv. Denn die besonders effektiven Anzeigen, die exakt auf Interessen und Nutzungsgewohnheiten zugeschnittenen sind, können für sie nicht erstellt und platziert werden. Bei Android-Geräten hingegen ist die bewährte Praxis weiterhin möglich. Für die Werbebranche ein wichtiges Argument, einen größeren Teil ihrer Budgets in Android-Anzeigen zu investieren. Denn der Trend könnte sich in den kommenden Wochen und Monaten noch verstärken: Bisher sind erst knapp 70 Prozent der iPhones und iPads auf das neue Betriebssystem umgestellt worden.

 

Fazit

Die Apple-Offensive für mehr Datenschutz wird von Nutzern und Verbraucherschützern begrüßt. Im Gegenzug birgt sie aber auch ein wirtschaftliches Risiko. Denn mit dem Auswerten von Nutzerdaten steht und fällt das Prinzip der personalisierten Werbung auf iPhones und iPads. Darüber hinaus ist Apples Vorgehen auch kartellrechtlich umstritten. Der Vorwurf: Während App-Betreibern das Sammeln von Daten erschwert wird, wertet Apple selbst nach wie vor das Nutzerverhalten der Gerätebesitzer aus.

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