BGH: Schadensersatz bei Datenvernichtung

(0 Bewertungen, 0 von 5)

Immer wieder kommt es zum Verlusten wichtiger Daten in Unternehmen. Aber was passiert, wenn es zum Datenverlust kommt, weil der Sohn eines Mitarbeiters ein PC-Spiels auf einem Betriebsrechner installieren wollte? Mit dieser Frage musste sich der Bundesgerichtshof befassen.

Anzeige

Was war geschehen?

Der Beklagte war freier Mitarbeiter des Klägers, der ein Ingenieurbüro betrieb. Der Beklagte nahm seinen damals 12-jährigen Sohn dorthin mit. Dieser versuchte ein PC-Spiel auf einem der Betriebsrechner des Klägers zu installieren. Kurze Zeit danach wurde festgestellt, dass der auf der Festplatte des Systems befindliche Datenbestand weitgehend zerstört bzw. unbrauchbar geworden war.

Der vom Kläger gegenüber den Beklagten geltend gemachte Gesamtschaden betrug 1,2 Mio. DM. In einem Vorprozess wurden die Beklagten auf 70% Schadensersatz des entstanden Schadens verurteilt. Das Berufungsgericht hatte daraufhin den von den Beklagten zu zahlenden Schadensersatz auf ca. 300 € für eine neue Festplatte herabgesetzt und die Klage abgewiesen, da die Herstellung des Datenbestandes nur mit unverhältnismäßigen Aufwendungen möglich und für die Beklagten im Verhältnis zum wirtschaftlichen Wert einer solchen Herstellung unzumutbar sei.

Entscheidung des Gerichts

Der BGH (Urteil vom 09.12.2008, Az.: VIZR 173/07) hob das Urteil auf und verwies den Fall zurück an das Berufungsgericht. Die Richter stellen fest, dass die Beklagten 70% der entstandenen Schäden zu ersetzen hat und damit Einwendungen der Beklagten ausgeschlossen sind. Zu klären sein nun, welche Höhe der entstandene Schaden beträgt. Der BGH stellt klar, dass das Berufungsgericht zu prüfen hat, inwieweit eine Wiederherstellung der Daten möglich sein und inwieweit dies schon vorgenommen wurde und mit welchen Aufwand. Dazu hat der Kläger vorgetragen, dass ca. 10% des ursprünglich vorhandenen Datenbestandes rekonstruiert wurde. Somit sei ein ungefährer Wert des Schadens für das Berufungsgericht schätzbar, den die Beklagten zu ersetzen haben.

Fazit:

Das Urteil stellt noch einmal klar, wie wichtig eine regelmäßige und umfassende Datensicherung ist. Sie ist für die Sicherheit des Datenbestands unerlässlich. Natürlich soll sie nicht den Schädiger vor einer zu hohen Schadensersatzforderung bewahren, sondern vorrangig den internen Betriebsablauf für den Fall der Fälle sichern.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Rechtssicher in der Cloud: Ihre Daten bei Dropbox, iCloud, Google Drive & Co Immer mehr Anbieter stellen Nutzern große Mengen an Datenspeicher online zur Verfügung. Neben den bekannten Cloud-Diensten Dropbox, iCloud und Skydrive ist Goog...
Weiterlesen...
Urteil: Schufa muss Berechnungsformel für Kreditwürdigkeit nicht offen legen Die Kreditwürdigkeit von Personen wird von der Schufa abgefragt, die anhand von bestimmten Kriterien einen sogenannten „Score“ errechnet. Eine Angestellte wol...
Weiterlesen...
Tauschbörsen: Eltern haften für ihre volljährigen Kinder In den letzten Monaten haben wir mehrfach über die Haftung des Anschlussinhabers bei Urheberrechtsverletzungen in Tauschbörsen berichtet. Zumeist ging es in den...
Weiterlesen...
AG München: IP-Adressen sind keine personenbezogenen Daten Sind dynamische IP-Adressen personenbezogene Daten oder nicht? Eine umstrittene Frage, jedoch mit weitreichenden Folgen. Während die Mehrheit der deutschen Geri...
Weiterlesen...
Cookie-Hinweis auf Webseiten: Quatsch oder Pflicht? Viele Seitenbetreiber konfrontieren ihre Besucher mit einem Cookie-Hinweis auf der Webseite. Die meisten Nutzer sind davon aber ziemlich genervt. Brauchen Seite...
Anzeige Datenschutz-Kit
Anzeige
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details