Bing & MSN: Microsoft verweigert Angaben zu gespeicherten Nutzerdaten

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Nach einem aktuellen Artikel von SPIEGEL ONLINE steht der Konzern Microsoft in der Kritik. Offensichtlich speichert Microsoft Daten von Usern der eigenen Suchmaschine 'Bing', der 'MSN-Toolbar', welche nun 'Bing Bar' heißt, und der 'Windows Live Toolbar'. Unter anderem erfahren die Betreiber so, wonach User auf google.de suchen und welche Webseiten besucht werden. Kritik hagelt es dabei auch von Google, welche das Vorgehen als Nachahmung bezeichnet. 

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Werden die Daten anonymisiert

Microsoft selbst beteuert, dass zwar gewisse Daten ermittelt, diese jedoch anonym verwendet werden. Wie dies von statten geht, bleibt zum einen ungewiss und wird zum zweiten bewusst nicht erklärt. Besonders umstritten ist dabei die Messung der Zeit, die ein Internetnutzer auf einer Website verbringt, da dabei auf irgendeine Weise die Zielperson gekennzeichnet werden muss. Ob dazu die IP-Adresse oder eine Abwandlung derer genutzt wird, ist unklar.

Bei all der Kritik ist jedoch zu erwähnen, dass keine genauen Informationen über den Umgang mit diesen Daten vorliegen. Erst wenn in Zusammenarbeit mit Microsoft Angaben darüber gemacht werden können, wo und wie die Informationen gespeichert werden, was genau gesammelt wird und wie damit verfahren wird, wäre eine Rechtsverletzung nachweisbar. Laut SPIEGEL ONLINE liegt jedoch die Vermutung nahe, dass die Anonymisierung nicht ausreichend erfolgt und somit unsachgemäß mit Nutzerdaten umgegangen wird.

Microsoft verweigert Stellungnahme

Laut dem Artikel wurden Microsoft folgende Fragen gestellt, welche jedoch nicht beantwortet wurden:

■Welche Daten übertragen Microsofts Browser-Erweiterungen?

■Wie lange bleiben die gespeichert?

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■Wie nutzt Microsoft das Material?

■Sind die Daten wirklich anonymisiert oder lediglich pseudonymisiert?

Da ein Teil dieser Fragen jedoch ausschlaggebend für Angaben zum Einhalten des Datenschutzes ist und die Beantwortung eben jener Fragen abgelehnt wurde, sind die Vermutungen des SPIEGEL offensichtlich nicht von der Hand zu weisen. Deshalb formulieren Datenschützer nun ähnliche gezielte Fragen und versuchen die Problematik zu klären.

Fazit

Nach all der Kritik am Suchmaschinenmonopolisten Google ist es zwar eine Neuigkeit, dass auch ein anderer Suchdienst mit dem Datenschutz in Konflikt gerät, doch ist es keine besondere Überraschung. Sollten sich die Vermutungen bestätigen, wird es interessant sein, wie Microsoft mit dem Problem umgeht und welche Folgen die möglichen Vergehen nach sich ziehen werden. Fest steht jedoch schon jetzt, dass bei einem tatsächlichen Verstoß gegen Datenschutzrechte Microsoft gegenüber der Konkurrenz mindestens nicht besser dasteht.

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