Urteil: Schufa muss Berechnungsformel für Kreditwürdigkeit nicht offen legen

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Die Kreditwürdigkeit von Personen wird von der Schufa abgefragt, die anhand von bestimmten Kriterien einen sogenannten „Score“ errechnet. Eine Angestellte wollte erfahren, wie ihre Werte zustande gekommen sind und forderte von der Schufa Auskunft.

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Schufa darf ihr Geschäftsgeheimnis bewahren

Eine 54-jährige Angestellte aus Mittelhessen klagte gegen die Wirtschaftsauskunft und forderte Informationen über das Zustandekommen ihres Scorings. Sie wurde zunächst von der Schufa wegen einer Namensverwechslung negativ bewertet. Später stellte die Schufa fest, dass die Klägerin ein „unbeschriebenes Blatt“ sei und verglich ihre Daten mit einer Vergleichsgruppe, um ihre Kreditwürdigkeit zu ermitteln. Das Landgericht Gießen traf im März 2013 die Entscheidung, dass die Auskünfte der Schufa den Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes genügen. Letzten Dienstag teilte der Bundesgerichtshof (BGH) mit, dass die Revision gegen das Urteil der Vorinstanz zurückgewiesen wurde. Laut aktuellem Urteil des BGH muss die Wirtschaftsauskunft nicht ihr Geschäftsgeheimnis preisgeben und Verbrauchern keine umfassende Auskunft zur Berechnung des Score-Wertes geben.

Auskunftsdatei legt nur das Ergebnis der Berechnung offen

Zur Ermittlung der Kreditwürdigkeit einer Person nutzt die Schufa persönliche Daten wie Name, Adresse, Geburtsdatum, Kontoinformationen, Mobilfunkverträge, Kreditverträge, Bürgschaften usw., um daraus zu ermitteln, wie es um die Kreditwürdigkeit einer Person bestellt ist. Wie und was genau in das Scoring einfließt, bleibt das Geheimnis der Schufa, die laut BGH den Verbrauchern darüber auch keine Auskünfte erteilen muss. Bei einer Schufa Selbstauskunft, zu der jeder Verbraucher jährlich einmal berechtigt ist, wird dem Verbraucher nur der ermittelte Wert mitgeteilt. Je höher der Wert, desto besser ist die Kreditwürdigkeit einer Person.

Fazit:

Da die Schufa ihre Berechnung des Scorings für sich behalten darf, wird es auch künftig Verbrauchern nicht möglich sein, wesentlich Einfluss auf den Wert zu nehmen. Allerdings ist es Verbrauchern möglich, falsche Schufaeinträge löschen zu lassen. Beispielsweise müssen Kreditinformationen spätestens drei Jahre nach der Tilgung aus der Datenbank gelöscht werden. Entsprechende Musterbriefe sind bei der Verbraucherzentrale erhältlich.

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