Datenschutz: Wirbel um neue Richtlinien bei Spotify

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 Der Marktführer unter den Streaming-Diensten will seine Datenschutzbestimmungen ändern und hat damit die in den vergangenen Tagen die Internet-Gemeinde gegen sich aufgebracht. Nun rudert CEO Daniel Ek zurück: Das Sammeln zusätzlicher Informationen erfolge nur mit Zustimmung der Nutzer. Also alles ein großes Missverständnis?

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„SORRY.“

Unter diesem Titel reagiert der schwedische Musikdienst auf die massive Kritik der vergangen Tage. In seinem jüngsten Blogeintrag, verfasst von keinem geringeren als dem Gründer und Unternehmenschef Daniel Ek, wird dem Datenschutz höchste Priorität eingeräumt. Bei der Ankündigung der neuen Richtlinien habe man ganz offensichtlich schlecht kommuniziert, schreibt Ek schuldbewusst.

„Wir erfassen Informationen, die Sie auf Ihrem Mobilgerät gespeichert haben“

Kontakte, Fotos, Mediendateien, GPS- und sogar Sensoren-Daten über die Laufgeschwindigkeit der Nutzer könnten nach den neuen Bestimmungen erfasst werden, so hatte das Unternehmen in der vergangenen Woche mitgeteilt. Wer den Streaming-Dienst auch nach dem 19. September nutzen wolle, müsse den Richtlinien zustimmen. Dabei seien die Nutzer in einigen Ländern selbst dafür verantwortlich, die Zustimmung ihrer Kontakte einzuholen, damit sie auf Spotify geteilt werden könnten. Mit einem kleinen Häkchen hätte das Musikportal praktisch Zugriff auf weitreichende Informationen über Musikfans in aller Welt bekommen, so fürchteten die Kritiker.

Profitieren Nutzer oder Werbekunden?

Nach den jetzigen Angaben will Spotify die Daten nur erheben, um das individuelle Angebot für jeden Kunden entsprechend seinen Bedürfnissen, Gewohnheiten und Interessen zu optimieren, und auch das nur mit Zustimmung. Datenschützer halten dagegen, dass die Informationen doch wohl in erster Linie für die Werbepartner des Unternehmens interessant seien. Fachleute und Nutzer sind empört, Abonnenten kündigen teilweise ihre Accounts. Reaktionen, mit denen Spotify offenbar nicht gerechnet hatte. Der „Sorry“-Blogeintrag dient wohl in erster Linie zur Schadensbegrenzung.

Nun will Spotify die Richtlinien noch einmal umformulieren. Die Betonung soll dabei auf dem Schutz der eigenen Daten liegen und klar machen, dass Kunden der Nutzung ihrer Fotos, Kontakte und sonstigen Inhalte auch widersprechenkönnen.

Fazit:

Der Vorwurf, dass Internetnutzer vollkommen sorglos Zugriff auf ihre Daten gewähren, war zumindest im Fall Spotify unzutreffend. Der Medienwirbel um die geplanten Änderungen und die Proteste der eigenen Anhänger haben das Unternehmen zum Handeln gezwungen. Wann nun die neuen Bestimmungen vorliegen und in Kraft treten, steht noch nicht fest. Spotify wird sich Zeit für eine gründliche Bearbeitung lassen, um weitere Fehler zu vermeiden.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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