Datenschutz: Neue Technologie trackt Nutzer über mehrere Geräte

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Amerikanische Datenschützer sind alarmiert: Bereits seit mehr als einem Jahr werden in den USA Nutzer elektronischer Geräte mit sogenannten Sound Beacons verfolgt. Sie platzieren Cookies auf verschiedenen Geräten und geben über diese regelmäßig Nutzerdaten weiter. Das Neue daran: Über die Sound Beacons kommunizieren verschiedene Geräte miteinander und senden somit ein besonders umfassendes Bild des Nutzers.

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Datenjagd mithilfe hochfrequenter Töne

Längst haben wir uns an die Meldungen der Webseiten gewöhnt, die uns darauf hinweisen, dass Cookies Informationen über unsere Seitenbesuche sammeln. Aus den USA kommt nun eine sehr viel effektivere Methode, um die Interessen und Gewohnheiten von Internetnutzern herauszufinden. Die Technologie ermöglicht es unterschiedlichen Geräten, miteinander in Verbindung zu treten, ohne dass die Nutzer es bemerken. Möglich ist das über hochfrequente Töne, die das menschliche Ohr nicht wahrnimmt, die aber von den Mikrofonen unserer Handys, Tablets oder Computer empfangen werden.

Tracking-Software in kostenlosen Apps

Verarbeitet werden die Informationen von einem speziellen „Software Development Kit“, kurz SDK. Solche Kits befinden sich nach einer Schätzung amerikanischer Datenschützer bereits auf rund 18 Millionen Smartphones. Dem Marktführer auf dem Gebiet der Tracking- Software, die Firma SilverPush aus San Francisco, gelingt es, ihre SDKs in kostenlose Apps einbauen zu lassen, indem sie den Entwicklern Finanzierungshilfe anbietet. Welche Programme betroffen sind, verrät SilverPush nicht.

Verknüpfung der Nutzerdaten über verschiedene Geräte

In der Praxis funktioniert das Daten-Tracking so: Während im Fernsehen oder im Online- Browser ein Werbespot läuft, wird ein hochfrequentes Geräusch, ein sogenannter Sound Beacon, ausgesendet. Der Zuschauer bemerkt davon nichts. Befindet sich jedoch ein Smartphone oder Tablet in der Nähe, wird das Geräusch vom Mikrofon empfangen und vom SDK verarbeitet.

Besonders interessant für Hersteller ist das beispielsweise dann, wenn kurz nach dem Ansehen eines Spots das entsprechende Produkt im Internet gesucht oder sogar bestellt wird. Da über die Sound Beacons verschiedene Geräte demselben Nutzer zugeordnet werden können, gelingt es, sein Medienverhalten wesentlich besser auszuwerten, als bisher.

Fazit:

Eine spezielle Software, die sich in kostenlosen Apps versteckt, und nicht hörbare Soundschnipsel in Werbespots – mit dieser Kombination soll das Nutzerverhalten von Verbrauchern noch besser analysiert werden. Da einzelne smarte Geräte miteinander kommunizieren, gelingt es, umfangreiche Datenprofile bestimmten Personen zuzuordnen. Eine Möglichkeit, sich zu schützen, gibt es bisher nicht.

 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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