Domainrecht: Britische Adressen mit Endung .eu bald nicht mehr erreichbar?

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Die Regierung des Vereinigten Königreichs hat Nutzer von .eu-Domains dazu aufgefordert, sich auf einen möglichen No-Deal-Brexit vorzubereiten. Denn wenn das Land die Europäische Gemeinschaft ohne ein Abkommen verlässt, könnten entsprechende Seiten und Email-Adressen innerhalb kürzester Zeit abgeschaltet werden. Betroffen sind schätzungsweise 340.000 Onlinepräsenzen.

No Deal: Keine .eu-Domains mehr in Großbritannien

Als die „europäische“ Endung 2006 als Alternative zu .org und .com eingeführt wurde, war an einen Austritt aus der Staatengemeinschaft noch nicht zu denken. Doch laut den Vergaberegeln dürfen die Domains nur von Privatleuten und Firmen aus der EU und dem Europäischen Wirtschaftsraum EWR verwendet werden. Dazu gehören neben den 28 EU-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen. Verlässt Großbritannien die Union Ende März, verlieren Hunderttausende das Recht, ihre Internet-Adressen zu nutzen.

Zwei Monate Übergangszeit zum Retten der Webseiten

Falls sich London und Brüssel nicht in den nächsten Tagen auf eine Verschiebung des Brexit einigen, bekommen die Betreiber von .eu-Webseiten im Vereinigten Königreich und Gibraltar wenige Tage vor dem Brexit-Termin Post. Der zuständige Registrar EURid weist sie darauf hin, dass ab dem 30. März um 0.00 Uhr ein Verstoß gegen die Vergaberegeln der Domains vorliegt. Immerhin 60 Tage Übergangsfrist bleiben den Besitzern dann, um Inhalte zu transferieren oder Web-Adressen zu ändern. Ende Mai verlieren sie jeglichen Zugriff.

Brexit-Anhänger verzichten gern auf .eu-Präsenzen

Betroffen von dem Domain-Chaos ist auch die bekannteste britische Seite mit einer europäischen Endung: www.leave.eu. Die gleichnamige Organisation hatte vor dem Referendum massiv für einen Austritt aus der EU geworben. Dass ihr Web-Angebot Mitte des Jahres verschwunden sein könnte, stört Kommunikationschef Andy Wigmore allerdings wenig. Bei einem No-Deal-Brexit habe die Kampagne ihr Ziel erreicht. Die Webseite sei damit überflüssig geworden.

Fazit

Über diese Konsequenz dürfte beim Referendum 2016 niemand nachgedacht haben: Hunderttausende Briten müssen nach einem „harten Brexit“ ihre Mail-Accounts und Webseiten umziehen. Die Endung .eu darf nur von Privatleuten und Unternehmen der Europäischen Gemeinschaft genutzt werden. Wer jetzt nicht handelt, könnte nach Ablauf der Gnadenfrist Ende Mai nicht mehr online erreichbar sein.

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