Vorsicht Shopbetreiber: Bewertungsanfragen an Kunden können gefährlich sein

(3 Bewertungen, 4.33 von 5)

Kundenzufriedenheit ist für Onlinehändler von großer Bedeutung. Doch dürfen sie ungefragt Zufriedenheitsanfragen versenden, weil der Kunde im Onlineshop eingekauft hat? Das OLG Dresden hat die Frage beantwortet.

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Onlinehändler versendet Zufriedenheitsanfragen nach Bestellung im Shop

Ein Kunde gab eine Bestellung in einem Onlineshop auf. Nach dem Einkauf erhielt er von dem Händler eine E-Mail. Er forderte den Kunden in Bezug auf die vorangegangene Bestellung dazu auf, das Leistungs- und Serviceangebot zu bewerten. Der Händler hatte sich vor der Versendung der Zufriedenheitsanfrage keine Einwilligung hierfür eingeholt.

Der Fall landete vor Gericht. Das Landgericht Leipzig verurteilte den Händler wegen unzulässiger Werbung. Der Händler ging in Berufung. Das Oberlandesgericht Dresden hat im April dieses Jahres eine Entscheidung getroffen.

OLG Dresden: E-Mail-Werbung nicht ohne Einwilligung der Kunden

Die Richter des Oberlandesgerichts Dresden (Urteil vom 24. April 2016, Az. 14 U 1773/13) haben entschieden, dass die Kundenzufriedenheitsanfrage nicht erlaubt war und der Händler wettbewerbswidrig handelte. Das Gericht stufte die Anfrage als Werbung ein, da sie der Kundenbindung dient. Sie soll künftige Käufe in dem Onlineshop fördern. Der Händler hätte die E-Mail deswegen nur mit vorheriger Einwilligung des Empfängers versenden durfte.

Der Versand war auch nicht deswegen erlaubt, weil ein Einkauf im Onlineshop vorausging. Ganz im Gegenteil stellte das Oberlandesgericht klar, dass der Händler bereits bei der Bestellung die Möglichkeit hatte, eine Einwilligung vom Kunden für die Kundenzufriedenheitsanfrage einzuholen.

Fazit:

1.    Onlinehändler dürfen an Kunden nicht ungefragt Werbung versenden. Nur wenn die Kunden zuvor eingewilligt haben, ist der Versand erlaubt.

2.    Als Werbung sind auch Kundenzufriedenheitsanfragen anzusehen. Händler rufen sich mit den Anfragen bei den Kunden in Erinnerung. Sie dienen damit der Verkaufsförderung.

3.    Der Versand der Anfragen wird auch nicht dadurch zulässig, dass der Kunde zuvor im Onlineshop bestellt hat. Bereits hier können sich Händler ohne Weiteres die Einwilligung der Kunden einholen.

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Kommentare  
Johny Varsami
0 # Johny Varsami 08.06.2016, 00:09 Uhr
Und oft ist ja auch so, dass man nach einer Bestellung automatisch in den Newsletter des Händlers eingetragen wird. Das sollte dann ja auch verboten sein?
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Ralf
+2 # Ralf 01.06.2016, 08:25 Uhr
Wie sieht das denn aus mit den Bewertungsanfragen, die man z.B. über Amazon erhalten kann. Hier hat der Marketplace Verkäufer ja keine Möglichkeit die Einwilligung schon vorher einzuholen.
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