Fake Shops: Verbraucherschützer-Kampagne soll Betrug im Online-Handel eindämmen

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Neu ist das Thema nun wirklich nicht. Aber trotz wiederholter Warnungen der Verbraucherschützer fallen immer noch jedes Jahr rund 100.000 deutsche Internet-Shopper auf Betrüger herein. Mit einem humorvollen Videoclip und einer ausführlichen Checkliste soll Online-Kunden nun erklärt werden, wo man sicher einkaufen kann – und wo nicht.

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Markenlogos und Qualitätssiegel werden kopiert

Oft geht es um hochwertige Markenprodukte, die zu einem unwiderstehlich günstigen Preis angeboten werden. Ungeniert führen die Fake Shops Marken wie Adidas oder Nike, Playstation oder iPhone, Swarowski oder Gucci im Namen. Auf ihren Seiten präsentieren sie echte Logos und Bilder von Originalartikeln; oft ist sogar die gesamte Aufmachung dem Internetauftritt der Marke nachempfunden.

Positive Kundenbewertungen und unrechtmäßig genutzte Gütesiegel wie das der Käuferschutzorganisation Trusted Shops gaukeln Sicherheit vor. So authentisch und seriös wirken die Schein-Shops, dass die Kunden auch bereit sind, ihr Wunschprodukt zum Schnäppchen-Preis per Vorkasse zu bezahlen. Auf die Ware warten sie dann vergeblich, oder sie werden mit billigen Replika oder defekten Artikeln abgespeist.

„Das Schnäppchen“ und „der Abzocker“ als Comic-Charaktere

Eine Anzeige bei der Polizei führt in der Regel nicht weiter. Die tatsächlichen Inhaber der betrügerischen Internetshops sind schwer zu ermitteln. Beliebt ist auch der Trick, die Vorauszahlung über eine andere Person abzuwickeln, die mit dem Anbieter zwar zusammenarbeitet, deren Identität aber im Dunkeln bleibt.

Nachdem eine nachträgliche Aufklärung des unlauteren Geschäfts wenig erfolgversprechend ist, setzt die Verbraucherzentrale Niedersachen nun auf eine ebenso unterhaltsame wie informative Aufklärungskampagne. Mit einem humorvollen Videoclip im angesagten Comic-Stil sollen Online- Käufer vor den Risiken beim Online-Shopping gewarnt werden.

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Gleichzeitig liefert eine umfangreiche Checkliste Anhaltspunkte für die Erkennung unseriöser Internetangebote. Damit sollen die immer noch zu leichtgläubigen Verbraucher lernen, sich selbst zu schützen.

Praxis Tipps:

1. Lassen Sie sich beim Einkauf im Netz nicht von Originalnamen in der Web-Adresse, Logos oder Sicherheitssiegeln täuschen! Sie sind schnell kopiert, ohne dass die rechtmäßigen Inhaber wirkungsvoll dagegen vorgehen können.

2. Prüfen Sie bei Ihnen unbekannten Shops die AGB und das Impressum! Finden Sie hier keine eindeutigen Angaben über Inhaber und Firmensitz, handelt es sich wahrscheinlich nicht um ein seriöses Angebot. Aber Achtung: Manche Betrüger kopieren auch dreist das Impressum des eigentlichen Markenherstellers in ihren gefälschten Shop. Hier hilft nur genaues und kritisches Hinsehen!

3. Vermeiden Sie in jedem Fall das Zahlen per Vorkasse oder Sofortüberweisung. Haben Sie einem Betrüger erst einmal Ihr Geld überwiesen, bestehen kaum noch Möglichkeiten, es zurück zu bekommen. Das vermeintliche Schnäppchen kann so leicht zu einer teuren Lektion in Sachen Internetbetrug werden.
AE 25.10.2016 412 Wörter

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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