Achtung Händler: Abmahnung wegen falscher Versandkosten bei Google Shopping

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Google Shopping eröffnet Händlern eine gute Möglichkeit, neue Kunden zu erreichen. Was ist aber, wenn Google bei den Versandkosten etwas anderes angibt als der Händler wollte? Ist der Händler dann etwa für die falsche Angabe verantwortlich? Diese Frage hat das Oberlandesgericht Naumburg beantwortet.

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Google Shopping gibt „Versandkosten gratis“ an, obwohl der Versand etwas kostete

Und so fing alles an: Ein Händler stellte bei Google Shopping ein Angebot ein und gab keine Versandkosten an. Ärgerlicherweise zeigte Google aber bei dem verlinkten Produkt „Versandkosten gratis“ an. Trotz dieser Angabe bei Google Shopping berechnete der Händler seinen Kunden Versandkosten.

Die Wettbewerbszentrale war davon nicht begeistert und warf dem Händler einen Wettbewerbsverstoß vor. Vor Gericht berief sich der Händler darauf, er könne nichts für den Verstoß, da Google Shopping die falsche Angabe gemacht hatte.

Händler sind auch für unfreiwillige Falschangaben bei Google Shopping verantwortlich

Das Oberlandesgericht Naumburg (Urteil vom 16. Juni 2016; Az.: 9 U 98/15) verurteilte den Händler. Das Gericht verglich Google Shopping mit Suchmaschinen. Bei Letzteren spielt es nämlich keine Rolle, ob der Händler die falsche Angabe selbst gemacht hat oder die Suchmaschine den Fehler verursacht hat: In beiden Fällen haftet der Händler. Nichts anderes gilt nach dem Oberlandesgericht für Google Shopping.

Praxistipps für Google Shopping & Co.:

  1. Für Händler gilt bei Google Shopping aber auch bei anderen Preisvergleich-Suchmaschinen Folgendes: Um nicht in die Haftung zu geraten, sollten sie ihre Angebote regelmäßig überprüfen. Wie oft Händler ihre Angebote überprüfen müssen, ist unter den Gerichten noch weitgehend ungeklärt. Der Bundesgerichtshof (Urteil vom 3. März 2016, Az. I ZR 140/14) gab kürzlich aber vage zu verstehen, dass Händler jedenfalls dann ihre Prüfpflicht verletzen, wenn sie ihre Angebote zwei Wochen lang nicht kontrollieren.
  2. Stellen Händler bei der Überprüfung Fehler fest, müssen sie ihr Angebot natürlich auch umgehend aktualisieren.
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