5 Sterne: Amazon geht gegen bezahlte Rezensionen vor

(7 Bewertungen, 3.86 von 5)

Deutschlands größtem Online-Händler scheint es ernst zu sein bei seinem Kampf für überzeugende Sterne-Bewertungen. Seit August hat Amazon 500.000 aktuelle und alte Rezensionen gelöscht. Inzwischen ist es Händlern offiziell verboten, ihre Produkte im Tausch gegen eine Bewertung kostenlos abzugeben. Damit will Amazon die Glaubwürdigkeit seiner Rankings erhöhen.

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Vertrauen der Kunden nicht aufs Spiel setzen

Ob bewusst oder unbewusst: Ein paar gut geschriebene Bewertungen können die Entscheidung für oder gegen ein Produkt durchaus beeinflussen, vor allem dann, wenn sie von vermeintlich neutralen Durchschnittskunden stammen. Doch immer mehr Erfahrungsberichte im Netz werden „gegen Anreiz“ geschrieben: Die Autoren erhalten das rezensierte Produkt gratis, bekommen einen Rabattgutschein für den nächsten Einkauf oder ein Geschenk.

Selbst wenn mit dieser Gegenleistung nicht ausdrücklich die Forderung nach einer Fünf-Sterne-Bewertung verbunden ist, fallen solche Kritiken laut Amazon Analyse-Tool ReviewMeta positiver aus: Die so belohnten Käufer vergeben im Schnitt 4,74 statt der sonst üblichen 4,36 Sterne. Der Online-Riese sieht damit die Glaubwürdigkeit seiner ganzen Verkaufsplattform in Gefahr.

Massive Zunahme der Bewertungen „gegen Anreiz“

In der vergangenen Woche änderte Amazon Deutschland deshalb die Verkäuferrichtlinien. Bis dahin war es Händlern noch möglich gewesen, Produkte zu Testzwecken kostenlos an Kunden zu verschicken. Einzige Bedingung: In ihrer Bewertung mussten diese „Tester“ darauf hinweisen, dass sie für das Produkt nicht bezahlt haben. Inzwischen allerdings stammt die Hälfte der neu abgegebenen Rezensionen von Schreibern, die dafür Vergünstigungen in Anspruch genommen haben. Nun greift Amazon ein.

500.000 Bewertungen bereits gelöscht

Alle registrierten Verkäufer wurden inzwischen eigens darauf hingewiesen, dass sie künftig keine Vergünstigungen für die Vergabe von Sternen und das Verfassen von Erfahrungsberichten mehr gewähren dürfen. Die Tatsache, dass in den vergangenen 3 Monaten bereits 500.000 solcher Texte gelöscht wurden, zeigt, dass es dem Onlinehändler diesmal ernst ist mit seinem Vorhaben. Lediglich das kostenlose Verschicken von Büchern zu Rezensionszwecken bleibt gestattet.

Und auch für Amazon selbst gilt die neue Richtlinie nur teilweise: Der „Club der Produktester Amazon Vine“ wird auch weiterhin Waren zum Bewerten gratis an seine Mitglieder verschicken.

Fazit:

Amazon hat erkannt, dass die Zunahme an wenig glaubhaften Produktbewertungen dem ganzen Unternehmen schadet. Gerade die positiven Rezensionen werden von immer mehr Online-Shoppern als nicht authentisch eingestuft. Mit seinem konsequenten Vorgehen könnte der Online-Händler auch für andere Anbieter ein Vorbild sein.

 

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