Online-Shops: Gebühren und Zuschläge für Zahlungsarten sollen abgeschafft werden

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Schon jetzt sind Händler im Internet verpflichtet, ihren Kunden mindestens eine Zahlungsweise anzubieten, für die kein Zusatzentgelt fällig wird. Nun will die Bundesregierung Verbrauchern noch weiter entgegenkommen: Ein Entwurf aus dem Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz sieht vor, dass in Online-Shops künftig weitgehend kostenlose Bezahlmethoden angeboten werden.

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Kunde müssen für von PayPal und Co. bezahlen

Wenn Kunden den Bestellvorgang trotz eines vollgepackten Warenkorbs kurz vor dem letzten Schritt abbrechen, ärgern sich beide Seiten: der Anbieter über den entgangenen Umsatz und der Online-Shopper über die vertane Zeit beim Einkauf. Der Grund sind oft Kosten für bestimmte Zahlungsmethoden, mit denen die Kunden im letzten Moment unerwartet konfrontiert werden. Denn während die Vorabüberweisung in der Regel unentgeltlich angeboten wird, fallen häufig Zusatzkosten an bei der Nutzung von Kreditkarten oder Bezahlsystemen wie PayPal, Klarna oder Billpay.

Dass es sich hierbei um die Kosten dreht, die PayPal & Co. den Shopbetreibern in Rechnung stellen spielt für die Käufer keine Rolle: Dass sie nicht nur für den Einkauf, sondern auch noch für das Bezahlen zur Kasse gebeten werden, empfinden immer mehr Kunden als äußerst ärgerlich.

Fürs Bezahlen soll nicht bezahlt werden

Diese Kundeninteressen berücksichtigt der aktuelle Referentenentwurf des Ministeriums, nach dem ein § 270 a BGB-E eingeführt werden soll: Zumindest die besonders gängigen bargeldlosen Zahlungsmittel sollen demnach für den Verbraucher kostenfrei sein.Grundlage ist die EU-Richtlinie über Zahlungsdienste im Binnenmarkt RL2015/2366/EU.

Der Gesetzgeber will vor allem erreichen, dass Kunden nicht mehr während eines laufenden Bestellvorgangs unerwartet mit Zusatzkosten konfrontiert werden. Im Klartext heißt das: Händler, die mit Bezahldienstleistern zusammenarbeiten, dürfen die ihnen entstehenden Ausgaben für die Zahlungsabwicklung nicht direkt an die Konsumenten weitergeben.

Praxis-Tipps:

 1. Noch besteht für Online-Händler kein direkter Handlungsbedarf: Es handelt es sich lediglich um einen Entwurf für die Umsetzung der EU-Richtlinie, der möglicherweise noch verändert wird.

 2. Sollten die Vorgaben zu den Zahlungsbedingungen in dieser Form umgesetzt werden, wird Anbietern nichts anderes übrig bleiben, als die Kosten für die Bezahlsysteme selbst zu übernehmen.

 

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Kommentare  
Frank
+1 # Frank 08.02.2017, 20:50 Uhr
Das Bundeskartellamt hatte bereits letzten Sommer darüber entschieden, dass Sparkassen und Banken den Wettbewerb nicht behindern dürfen, indem sie Anbietern Sofort-Kontoüberweisungen verweigern.

Die Funktionsweise bei "sofortigen" Sofortanweisungen:
Der Anbieter (Shopbesitzer) bekommt vom Besteller eine PIN und TAN übermittelt und löst damit den Zahlungsvorgang bei der Bank des Kunden aus. Quasi eine Onlinevollmacht zu einem einmaligen (sofortigem) Bankeinzug.

Frank Hübner
Senior Programmer
(http://www.binary-garden.com)
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Michael Meyers
+3 # Michael Meyers 06.02.2017, 10:30 Uhr
Vater Staat sollte eher die Zahlungsanbieter in die Schranken weisen und diese zwingen die Gebühren zu senken. Wenn man sich überlegt, dass Paypal pro Transaktion 0,35 € zuzgl. etwa 1,9 % des Gesamtbetrages den Händlern in Rechnung stellt und auch bei Widerruf oder gar einem Kaufabbruch die 0,35 € einbehalten werden, dann kann man sich ganz leicht ausrechnen, dass diese Unternehmen Milliarden scheffeln bei vollautomatischen Leistungen. Die Handvoll Mitarbeiter die Paypal beschäftigt, stehen wohl kaum im Verhältnis zu den eingenommenen Milliarden.

Wenn wir Händler diese Gebühren nicht separat am Ende der Kaufabwicklung für die jeweils gewählte Zahlungsmethode berechnen dürfen, dann sind wir gewzungen diese Gebühren in die Artikelpreise aufzunehmen.

Verbraucher sind dann die Gelackmeierten, weil diese dann für jeden einzelnen Artikel mehr bezahlen. Genauso verhält es sich mit den Versandkosten. Wenn ein Händler der kostenlosen Versand anbietet, dann hat er für jedes Produkt anteilig die Versandkosten einkalkuliert. Das heist auch hier, dass der Verbraucher der mehrere Artikel bestellt am Ende auch mehr bezahlt als bei einem Anbieter, der die Artikelpreise niedriger hält und eine Versandkostenpauschale berechnet.

Das zeigt mal wieder deutlich, dass Politiker nur Gesetze machen, die der Industrie und den Großkonzernen helfen und somit entsprechend zu Mehreinnahmen führen (MwSt etc.) statt Wohlstand zu gleichen Teilen für alle zu fördern.

Schöne neue Welt!
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Rechtsanwalt Sören Siebert
-2 # Rechtsanwalt Sören Siebert 06.02.2017, 11:17 Uhr
Das finde ich doch etwas weit hergeholt. Der Staat kann privatwirtschafltichen Unternehmen kaum ihre Preisgestaltung vorschreiben. Wo soll das hinführen, zu staatlich kontrollierten Höchstpreisen für IT Dienstleister? Dann müsste das ja auch für Webdesigner und alle anderen Dienstleister gelten.

Klar ist, irgend jemand muss am Ende die Kosten der Payment Anbieter zahlen: Kunde, Händler oder Beide.

Aber: Wenn ein Unternehmer etwas verkauft ist es doch seine Sache, welche Dienste und Anbieter er dafür benutzt. Dann sollte er das meiner Meinung nach auch bezahlen.

Und ich sage das nicht weil ich mich darüber freue dass ich als Unternehmer zusätzliche Kosten habe. Sondern weil das ja meine Entscheidung war. Natürlich muss man das abwägen und gg. in die Preisgestaltung einfließen lassen.

Und natürlich können "die Großen" die Kosten leichter tragen als kleine Händler. Das war aber schon immer so. Auch im Laden können große Unternehmen wie Media Markt andere Preise bieten als die Kleinen.
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Supermarkt
0 # Supermarkt 05.02.2017, 15:44 Uhr
Finde ich auch Quatsch.
Ist doch mir als Verbraucher überlassen ob ich "normal" mit etwas gängigem bezahle wie eben Vorkasse/Überweisung oder halt mit PayPal, Sofortüberweisung, etc.
Lediglich ausweiten auf Kreditkarte könnte man das und ggf. Sofortüberweisung.
Dummerweise sind das ebenfalls alles Unternehmen wie PayPal, sprich man müsste tatsächlich sagen Alle oder Keins.

Am Ende zahlt man eh immer irgendwie.
Bei der Volksbank zahlt man pro Transaktion schon 50 Cent - also selbst die Gebühr zahle ich.
Dann bspw. Sofortüberweisung, da zahlt der Händler dann noch drauf - ist er auch bei der Volksbank dann ebenfalls nochmal + 0,5 €.

Also ich finde das krass.

Aber die Überschrift "Fürs Bezahlen soll nicht bezahlt werden" ist halt auch irgendwie fehl am Platz.
Weil wie gesagt wenn ich im Supermarkt bezahle oder per Vorkasse bezahle... Die Transaktionskosten bleiben bestehen.
Also bleibt eigentlich nur Bargeld.
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SELLFRIST
0 # SELLFRIST 05.02.2017, 13:46 Uhr
Dass die Anbieter (ausser in hochkompetitiven Bereichen) die Kosten selbst übernehmen werden bezweifle ich. Eher werden solche Kosten zukünftig eingepreist.
Sehr problematisch kann ich mir das jedoch vorstellen, für Zahlungsweisen, welche so Hohe Gebühren auslösen, dass Händler diese zumindest teilweise an die Kunden weitergeben müssen, wie z.B. Paysafecard.
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