Achtung Online-Händler: Wie muss die Werbung mit einem Testergebnis gestaltet sein?

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Durch Testergebnisse können Hersteller und Händler ihre angebotenen Produkte sehr gut bewerben. Die Darstellung von positiven Testergebnissen in der Werbung zieht viele Kunden ab. Gerade deshalb werden solche Werbeaussagen aber häufig von Konkurrenten argwöhnisch geprüft. Auch Abmahnungen sind im diesem Bereich keine Seltenheit. Was müssen Händler beachten?

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Testergebnis war nicht nachprüfbar

In einer aktuellen Entscheidung setzte sich das Oberlandesgericht Frankfurt mit einer Werbung mit einem Testergebnis auseinander. Ausgangspunkt des Falles war eine Werbung für DSL-Tarife. Einer der DSL-Tarife wurde mit „1.Platz“ beworben. Aus der Werbung konnte der Kunde erkennen, dass der „1.Platz“ von billig-tarife.de vergeben worden war. Zu der entsprechenden Testübersicht von billig-tarife.de kam der Kunde aber über die Werbeanzeige nicht. Es war kein „Mouse-Over-Effekt“ installiert und die Testergebnisse waren auch nicht verlinkt.

Auch durch Klicken auf das Siegel von Billig-tarife.de konnte der Kunde nicht zu den Testergebnissen gelangen. Gegen diese Werbung ging ein Konkurrent des Tarif-Anbieters vor. Er hielt die Werbung für wettbewerbswidrig, da der Kunde die Testergebnisse nicht einsehen konnte.

Werbung mit Testergebnissen ohne Überprüfbarkeit ist irreführend

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main gab dem Konkurrenten mit seinem Urteil vom 24. März 2016 (Az.: 6 U 182/14) Recht. Die Werbung mit einem Testergebnis wie „1.Platz“ ist irreführend und damit wettbewerbswidrig nach § 5a UWG (Irreführung durch Unterlassen), wenn keine Fundstelle für die Testergebnisse angegeben wird und die Testergebnisse auch nicht verlinkt werden.

Die Irreführung ergibt sich daraus, dass der Kunde sich nicht darüber informieren kann, wie und mit welchen Vergleichsprodukten der Test durchgeführt wurde. Damit kann er das Testergebnis nicht für eine „informierte“ Kaufentscheidung heranziehen. § 5a Absatz 2 UWG regelt nämlich, dass es eine unlautere Handlung darstellt, wenn dem Verbraucher wesentliche Informationen vorenthalten werden, die der Verbraucher benötigt, um eine informierte geschäftliche Entscheidung zu treffen.

Praxis-Tipp:

1.    Wer mit Testergebnissen wirbt, muss die Fundstelle des Tests mit den Testergebnissen klar und deutlich angeben.
2.    Die Fundstelle kann z.B. durch die Einrichtung eines Mouse-Over-Effekts oder durch Verlinkung der entsprechenden Testseite angegeben werden. Eine der beiden Varianten reicht dabei aber aus.

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