Finanzminister: Amazon und eBay sollen Umsatzsteuer für Händler zahlen

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Händler aus Asien suchen den Zugang zum deutschen Markt und bieten über große Portale wie Amazon und eBay Waren aus Fernost an. Ihre Preise sind konkurrenzlos günstig, denn im Gegensatz zu deutschen Händlern zahlen viele Händler aus dem asiatischen Raum keine Umsatzsteuer. Dem Fiskus entgeht so jährlich rund eine Milliarde Euro. Ebenso betroffen sind die zahlreichen kleinen und mittelgroßen deutschen Online-Shops: Da sie ordnungsgemäß 19 % des Umsatzes abführen, können sie mit den Billig-Angeboten der großenteils chinesischen Anbieter nicht mithalten. Nun planen die Finanzminister von Bund und Ländern eine Regelung, die diese Steuerhinterziehung stoppen soll.

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Müssen Verkaufsplattformen für Umsätze zahlen?

Amazon und eBay verdienen fleißig mit an den Geschäften tausender asiatischer Produzenten. Und unterstützen sie entsprechend: Da ihre Produkte in großen Logistikzentren in Deutschland gelagert und von hier aus verschickt werden, ist die Ware ebenso schnell beim Kunden, wie die der deutschen Konkurrenz. Einnahmen überweisen Amazon und eBay umgehend an den Shop-Betreiber in Fernost.

Ob der sie – wie vorgeschrieben – in Deutschland versteuert, interessiert die Online-Riesen wenig. Doch das soll sich nun ändern: Bund und Länder wollen die Umsatzsteuer für sämtliche Geschäfte auf den Marktplätzen möglichst bald von den Betreibern einfordern. Denn die können in der Regel mehr Druck auf ihre asiatischen Geschäftspartner ausüben, als der deutsche Fiskus.

Britisches Vorgehen erfolgversprechend

In Großbritannien funktioniert so ein Modell bereits. Dank entsprechender Gesetzgebung sind dort auch ausländische Händler inzwischen dazu verpflichtet, sich mit einer britischen Steuernummer zu registrieren. Bleiben die geforderten Zahlungen aus, haftet der Marktplatzbetreiber - meist Amazon oder eBay. Die deutschen Tochtergesellschaften haben angekündigt, den Fiskus grundsätzlich zu unterstützen.

Bei Amazon geschehe das bereits, indem man ausländischen Unternehmen steuerrechtliche Informationen und technische Hilfsmittel zur Verfügung stelle, sagt der Konzern. Für eine Überprüfung der Zahlungen allerdings gebe es keinerlei rechtliche Grundlagen.

Und eBay erklärt, dass Steuerhinterzieher schon jetzt nach Informationen der Behörden sanktioniert werden könnten, bis hin zu einem Ausschluss von der Plattform. Bisher allerdings haben diese Maßnahmen allerdings offensichtlich nicht ausgereicht.

Fazit:

Fast eine Milliarde Steuerausfälle durch Händler vorwiegend aus China, die in Deutschland über eBay und Amazon Geschäfte machen – das wollen deutsche Finanzminister nicht mehr hinnehmen. Bis Mitte Mai schon sollen entsprechende Pläne auf dem Tisch liegen. Für zahlreiche deutsche Online-Shops besteht dann die Hoffnung, mit den asiatischen Anbietern wieder in Konkurrenz treten zu können.

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Kommentare  
Stephan Helbig
0 # Stephan Helbig 12.05.2017, 14:03 Uhr
Dabei sollte vom Finanzamt nicht nur der Anteil der direkt "hinterzogenen" Umsatzsteuer betrachtet werden, der mit einer Milliarde Euro beziffert wird.
Durch die Wettbewerbsverzerrung (alle Produkte können bei gleicher Marge ~16% günstiger angeboten werden) entgehen vor Allem deutschen und europäischen Shops, die die UmSt korrekt ausweisen, hohe Umsatzzahlen!
Dadurch sind auch die Gewerbesteuereinnahmen und Einkommensteuereinnahmen betroffen (und natürlich auch Arbeitsplätze).
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Jörg Brettschneider
+1 # Jörg Brettschneider 22.10.2017, 21:21 Uhr
Gerne möchte ich auf einen von mir verfassten Aufsatz hinweisen: www.econstor.eu/handle/10419/170491
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