Fake Shops: Anklage wegen massenhaften Betrugs im Internet

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Wie viele Kunden bereit sind, für ein Schnäpchen beträchtliche Summen zu riskieren, zeigt sich derzeit am Landgericht München. Mit betrügerischen Web-Shops ist es einem 35- jährigen Mann gelungen, mehr als 750 Geschäfte im Wert von fast einer halben Million Euro abzuschließen, ohne jemals die bestellte Ware zu liefern.

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Leichtgläubige Kunden überweisen Zehntausende Euro im Voraus

Mark-Thomas E. war wohl selbst überrascht: Ohne irgendwelche Waren oder Fachkenntnisse zu besitzen, eröffnete er 2010 einen Online-Shop für Solarmodule. Und schon kurze Zeit später war ein Kunde bereit, 63.000 Euro in Vorkasse für eine Bestellung zu bezahlen. Einen Gegenwert hat er dafür nie erhalten. Dem kriminellen Shopbesitzer allerdings reichte das zunächst. Erst fünf Jahre später, als sich sein Leben erneut nur um Frauen, Drogen, Alkohol und Spielschulden drehte, wurde er wieder im Netz aktiv.

Diesmal zog E. das Geschäft noch professioneller auf: Rund 20 Webshops gründete er und bot dort technische Geräte wie Smartphones und Spielekonsolen an. Äußerst erfolgreich lief auch seine Adresse „kaffeetraum.at“, wo er in knapp 10 Tagen 100.000 Euro Umsatz machte.

Geld fließt auf Konten zwielichtiger Mitwisser

Im Darknet fand der Betrüger Hilfe bei der finanziellen Abwicklung: ein krimineller Partner vermittelte ihm „Finanzpaten“, auf deren Konten das Geld der ahnungslosen Kunden überwiesen werden sollte. Gab es Ärger, mussten sie den Kopf hinhalten – und verlangten dafür ordentlich Provision. Von den 400.000 Euro, die für nicht vorhandene Ware im Voraus bezahlt wurden, sah Mark-Thomas E. deshalb angeblich nur knapp 30.000.

Gefasst wurde er trotzdem. Nun muss sich der 35-Jährige wegen 750 betrügerischer Transaktionen vor dem Münchner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von sieben Jahren. Mit weiteren Zivilklagen der betrogenen Online-Kunden ist ebenfalls noch zu rechnen.

Praxis-Tipps:

1. Lassen Sie sich beim Internet-Einkauf nicht vom Reiz besonders günstiger Angebote zur Nutzung unsicherer Zahlungsmethoden verleiten! Bei Vorkasse haben Sie im Betrugsfall wenig Chancen, Ihr Geld zurückzubekommen!

2. Seien Sie neuen, unbekannten Shops gegenüber besonders kritisch! Kontrollieren Sie das Impressum und suchen Sie in Bewertungsportalen nach aussagekräftigen und glaubwürdigen Erfahrungsberichten.

3. Bevorzugen Sie Einkaufsmöglichkeiten mit Käuferschutz. Plattformen wir eBay oder Amazon bieten ihn ebenso an wie beispielsweise zertifizierte „Trusted Shops“.

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Kommentare  
Joachim
0 # Joachim 12.12.2017, 18:36 Uhr
Ich hatte glück
und habe mein geld
von kkg technik wieder zurückerhalten. un genauer zu sein nach genau 17 tagen war mein geld in höhe von 607,18€ auf mein konto
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Peter Awiszus
0 # Peter Awiszus 12.11.2017, 10:32 Uhr
Trusted Shop und Trustpilot sind leider erst im späteren Verlauf des Betrugs wirksam - bis dahin vergehen aber gut 2-3 Wochen: Zeit genug genügend Geld einzuheimsen.
Am Anfang werden die Fakeshops durch gekaufte oder selbst erstellte "Kunden" als vertrauenswürdig dargestellt. Da die Shops sich bei google in die Suchergebnisse einkaufen, aber in der Regel nur höherpreisige Artikel anbieten, reichen die paar Wochen aber aus um stattliche Beute zu machen.
Als Hilfe zur Erkennung vielleicht mein Blogbeitrag http://www.nerd-o-mania.de/wordpress/?p=20472
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Peter
0 # Peter 25.10.2017, 11:36 Uhr
Leider ist Ihr Beitrag völlig nutzlos für die Betroffenen wie ich, da es dann ja zu spät ist. Ich habe die Bewertungen erst hinterher gelesen( eigene Dummheit).
Ich habe am 11,10,2017 eine Kaffeemaschine bestellt , und auch gleich bezahlt 500,68 €.
Leider per Überweisung.
KKG-T konnte auch nicht liefern. 2 Tage später habe ich Widerspruch eingelegt, und der wurde auch bestätigt. Aber mit der Rückzahlung warte ich schon seit 15 Tagen, aber keine Reaktion.
Das Geld scheint weg zu sein. Mit Anwalt drohen und Polizei drohen nützt nichts, da lachen die wohl drüber.
Es wird wohl auf versuchten Betrug hinauslaufen, der vor Gericht bewiesen werden muss. Ich möchte mal einen Betroffenen hier fragen , ob er sein Geld zurückerhalten hat oder nicht.
Ich vermute es ist ein Fake Shop , und wenn der Inhaber genug Geld ergaunert hat, setzt er sich ab ins Ausland, wie viele andere Gangster im Internet auch. wie gesagt eine Vermutung und keine Behauptung.
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