EU-Richtline: Keine Extra-Kosten mehr für bargeldloses Zahlen

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Verbraucher können aufatmen. Ab Januar 2018 dürfen Händler keine Gebühren mehr für den Einsatz gängiger Kreditkarten verlangen. Auch Aufschläge für andere bargeldlose Zahlungen sind dann verboten. Gleichzeitig werden die Haftungsregeln für Lastschriften kundenfreundlicher: Acht Wochen lang können Konteninhaber ohne Angabe von Gründen europaweit ihr Geld zurückfordern.

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PayPal-Gebühren bleiben erhalten

Für Käufer im Internet ebenso wie im stationären Handel war es äußerst ärgerlich: Sie hatten sich gerade zum Kauf eines Produkts oder einer Reise durchgerungen, als sie beim Bezahlen unerwartet mit weiteren Kosten konfrontiert wurden.

Bis heute lassen sich viele Fluggesellschaften, Reisebüros und andere Anbieter die Gebühren der Kreditkartenfirmen und Zahlungsinstitute von den Kunden erstatten. Bei Lufthansa beispielsweise können bis zu 25,- Euro fällig werden. Dank der nun auch in Deutschland ratifizierten Zahlungsrichtlinie der Europäischen Union ist das unmöglich geworden.
Für Händler heißt das: Die Zusatzkosten für entsprechende Zahlungsmittel müssen im Voraus kalkuliert und bei der Preisgestaltung berücksichtigt werden.

Einige Ausnahmen lässt das neue Gesetz allerdings zu. So ist ein Aufpreis für in Deutschland wenig benutzte Kreditkarten wie American Express und Diners Club weiterhin erlaubt. Auch bei Zahlungen mit PayPal wird die Gebühr nach wie vor zum Kaufpreis hinzugerechnet.

Mehr Sicherheit für Kunden bei Lastschriften

Weitere Änderungen betreffen das Lastschriftverfahren. Was bisher nur in Verträgen zwischen Bank und Kunde geregelt war, ist ab 2018 Gesetz: Einem Einzug per Lastschrift kann innerhalb von acht Wochen widersprochen werden. Auch ohne Begründung ist die Bank verpflichtet, den eingezogenen Betrag zurückzubuchen.

Auch bei nicht autorisierten Zahlungen profitiert der Kunde von der neuen EU-weit gültigen Richtlinie: Er haftet nämlich ab 2018 nur noch bis maximal 50,- anstatt der bisherigen 150,- Euro.

Fazit:

Die neue Regelung schafft Ärgernisse für Kunden beim letzten Schritt ihres Einkaufs ab. Neben einigen sehr selten genutzten Kreditkarten fallen nun nur noch für PayPal gesondert Gebühren an. Fachleute rechnen aber auch hier in absehbarer Zeit mit einer Änderung.

Um nicht angesichts so vieler kostenloser Bezahlmethoden das Nachsehen zu haben, dürfte PayPal die Händler sehr bald drängen, auch diese Gebühr in ihre Verkaufspreise mit einzurechnen.

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Kommentare  
Peter Schroll
0 # Peter Schroll 13.06.2017, 21:17 Uhr
Da Diners Club Privatkreditkarten auch durch die MIF Verordnung reguliert sind (0,3 % Interchange) gilt auch für diese Karten das Surcharging Verbot, oder?!
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