Online-Handel: Vertriebsbeschränkungen für Asics-Produkte nicht rechtens

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Preissuchmaschinen, eBay, Amazon – all diese Plattformen dürfen Verkäufer im Internet auch weiterhin nutzen, um Sportartikel der Marke Asics anzubieten. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat eine Beschwerde des Unternehmens abgewiesen. Asics hatte bis vor zwei Jahren seinen Vertragshändlern entsprechende Vertriebsbeschränkungen auferlegt. Der Richter gab einer Entscheidung des Kartellamtes recht, das in der Maßnahme eine Wettbewerbsverzerrung gesehen hatte. Das Urteil dürfte auch für andere Marken relevant sein, die den Verkauf ihrer Produkte im Netz kontrollieren wollen.

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Große Marken gängeln kleine Vertragshändler

Bei der Suche nach einem ganz bestimmten Produkt der Lieblingsmarke ist das Internet für Verbraucher eine große Hilfe: In wenigen Sekunden finden die Suchmaschinen auch Einzelstücke oder Sonderangebote, die kleinere und mittlere Händler aus ganz Deutschland auf Auktions- oder Verkaufsplattformen eingestellt haben. Preissuchmaschinen führen außerdem noch zu besonders günstigen Angeboten und sind daher bei Schnäppchenjägern besonders beliebt.

Kein Wunder, dass Online-Shops diese Verkaufshilfen gerne nutzen. Große Hersteller wie Nike, Casio, Lego oder Miele dagegen versuchen immer wieder, die Vertriebswege ihrer Vertragshändler zu kontrollieren. Die Argumente bleiben dabei stets gleich: Die Beratung zu ihren qualitativ hochwertigen Produkten komme bei eBay oder Amazon zu kurz; das Premium-Image der eigenen Marke ließe sich nicht mit der Schnäppchensuche bei idealo.de vereinbaren.

Auch Richter kaufen Laufschuhe

Trotzdem hatte das Kartellamt bereits vor knapp zwei Jahren entsprechende Vorschriften des Sportartikelherstellers Asics untersagt. Dem Konzern gehe es wohl eher darum, durch eine Beschränkung des Wettbewerbs die Preise seiner Produkte hoch zu halten, hieß es damals in der Begründung. Die Asics GmbH ging vor Gericht, hatte dort aber nun keinen Erfolg.

Richter Jürgen Kühnen konnte in den Internet-Vertriebswegen keine Probleme erkennen: Er sei selbst Jogger und kaufe regelmäßig Laufschuhe, auch solche von Asics. Eine umfangreiche Beratung sei da aber nicht jedes Mal notwendig, befand der Richter.
Im Gegenteil: Wer online einkaufe, verzichte oft ganz bewusst darauf. Den Händlern allerdings entgingen wichtige Werbe- und Absatzmöglichkeiten durch Einschränkungen der Hersteller.

Fazit:

Dass die Justiz mit ihrer Entscheidung dem Kartellamt den Rücken gestärkt hat, dürfte den Internethandel freuen. Denn bei dem Verfahren am Düsseldorfer OLG ging es um weit mehr als nur Laufschuhe. Die Rechtsauffassung, dass die Hersteller Online-Shops in ihren Vertriebsmethoden nicht derartig gängeln dürfen, ist auch auf andere Marken übertragbar.

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