Online-Tickets: Darf Eventim Service-Gebühren verlangen?

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Ab und an verlangen Unternehmen Gebühren, die für die Kunden nicht ganz nachvollziehbar sind. Das aber nicht immer alle Gebühren erlaubt sind, musste nun auch Eventim vor dem Oberlandesgericht Bremen feststellen.

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Für „Premiumversand“ und „Ticketdirekt“ fielen besondere Gebühren an

Der Fall drehte sich um zusätzliche Gebühren, die Eventim nicht nur für den Versand von Tickets („Premiumversand“) verlangte, sondern auch, wenn sich der Kunde das Ticket selbst ausdruckte („Ticketdirekt“). Für den Premiumversand verlangte das Unternehmen 29,90 Euro. Bei der Wahl von Ticketdirekt sollte der Kunde 2,50 Euro bezahlen. Beide Gebühren wurden fielen zusätzlich zum „Normalpreis“ des Tickets an, welcher bereits die Mehrwertsteuer, eine Vorverkaufs- und Bearbeitungsgebühr enthielt.

Eine Verbraucherzentrale klagte gegen diese Praxis und gewann vor dem Landgericht Bremen. Das Oberlandesgericht Bremen musste sich nun mit der Berufung von Eventim beschäftigen.

Oberlandesgericht schiebt Gebühren einen Riegel vor

Das Oberlandesgericht Bremen (Urteil vom 15. Juni 2017, Az. 5 U 16/16) entschied, dass die zusätzlichen Gebühren nicht erlaubt waren. In Bezug auf die Gebühr für den Premiumversand bemängelte das Gericht besonders die fehlende Transparenz. Sie enthielt nämlich nicht nur die Kosten für den Versand, sondern auch „einen in der Höhe nicht benannten Anteil von Bearbeitungsgebühren“, so das Oberlandesgericht. Das ist für die Kunden nicht nachvollziehbar, zumal im „Normalpreis“ ja schon die Mehrwertsteuer sowie eine Vorverkaufs- und Bearbeitungsgebühr enthalten waren.

Auch die zusätzlichen 2,50 Euro für die Option „Ticketdirekt“ waren nicht erlaubt, weil Eventim überhaupt keine Aufwendungen hatte. Schließlich übersandte das Unternehmen den Kunden bei dieser Option nur eine automatisierte E-Mail mit einem Link, mit dem die Kunden auf das Ticket zugreifen und es selbst ausdrucken konnten.

Praxis-Tipps:

1.    Generell gilt bei Gebühren, dass sie für die Kunden transparent sein müssen.

2.    Das Oberlandesgericht hat die Revision zugelassen. Eventim hat von dieser Möglichkeit bereits Gebrauch gemacht. Der Bundesgerichtshof wird sich in Zukunft also noch einmal mit dem Fall beschäftigen.

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Kommentare  
Elke H.
0 # Elke H. 13.02.2019, 07:53 Uhr
Eventim verlangt für die Tickets zusätzlich 7,50 € und 2€ Versand. Auf meine Frage, warum ich mein Ticket nicht selbst ausdrucken kann, sagte man mir, das ginge bei telefonischer Bestellung nicht. Hätte sie gerne online bestellt, aber da es um eine Behinderte Person mit Begleitung ging, war das nicht möglich. Nirgends kann man erkennen, dass die Tickets eigentlich 10 € Teurer sind als angegeben. Bauernfängerei! Der Herr am Telefon war sehr unfreundlich und meinte nur: Na das wars dann wohl!
Die Tickets habe ich storniert.
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