Retoure: Neue Regelung verärgert Amazon-Verkäufer

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Was Kunden freuen dürfte, beunruhigt derzeit Marketplace-Händler in den USA: Ab Oktober sollen neue, verbraucherfreundliche Rücksende-Richtlinien gelten, die kleinere Verkäufer finanziell und logistisch überfordern könnten. Ebenso wie bei Amazon selbst sollen Kunden dann online eine Retoure in Auftrag geben können. Ohne weitere Nachfragen erhalten sie daraufhin im Amazon-Rücksendezentrum ein Etikett, dessen Kosten dem Verkäufer in Rechnung gestellt werden.

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Auftrag über Rücksendezentrum ohne Händler-Mitsprache

Ob es sich um einen defekten Artikel handelt, die Größe nicht passt oder der Kunde einfach seine Meinung geändert hat, spielt keine Rolle. Eventuelle Nachfragen oder weitere Beratung vor einer Rücksendung sollen das Einkaufserlebnis nicht trüben. Stattdessen: Ein Klick und das vorfrankierte Rücksendeetikett kann ausgedruckt werden. So verfährt Amazon auf seiner eigenen Plattform, und so sollen ab Herbst auch US-amerikanische Marketplace- Händler vorgehen.

Sind die Versandkosten im Vergleich zum Warenwert unverhältnismäßig hoch, ist es ihnen sogar erlaubt, nur den Kaufpreis zu erstatten. Auf die Rückgabe (und die damit verbundenen Ausgaben für Porto und Abwicklung) können sie verzichten. Angeblich kommt man mit dieser Möglichkeit den Wünschen der Händler nach. So jedenfalls schreibt es Amazon in einer E-Mail an alle Marketplace-Seller.

Können kleine Anbieter mithalten?

Doch im Amazon-Verkäuferforum ist das Echo nicht gerade positiv. Oft könne ein Problem des Kunden im Gespräch schnell gelöst werden, und zwar ohne Rücksendung, heißt es da. Mit der neuen Regelung allerdings werde die Zahl der Retouren schlagartig in die Höhe gehen, was kleine Händler in den Ruin treiben könne. Gerade bei preiswerten Artikeln mit vergleichsweise hohen Rücknahmekosten würden manche Kunden auch darauf spekulieren, dass Händler nach der Erstattung des Geldes auf die Rücksendung der Ware verzichten.

Möglicherweise führt die Änderung auch dazu, dass die Nachfrage nach Fulfillment by Amazon steigt: Im Rahmen des FBA-Programms kann der Verkäufer Lagerung, Versand und eventuelle Retouren an Amazon delegieren – natürlich gegen entsprechende Kosten.

Fazit:

Noch einfacher, noch schneller, noch günstiger – für Verbraucher wird das Einkaufen auf dem US-amerikanischen Amazon Marketplace ab September voraussichtlich noch ein bisschen angenehmer. Für die kleinen Händler allerdings könnte es auf Dauer schwierig werden, die Rücksendebedingungen des Online-Riesen umzusetzen. Ob das Konzept auch auf das deutsche Amazon-Angebot ausgeweitet werden soll, ist bisher nicht bekannt.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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