Produktfälschungen: Birkenstock kündigt Zusammenarbeit mit Amazon

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Ab dem 1. Januar will der deutsche Schuhhersteller keine Produkte mehr an die europäische Niederlassung des weltgrößten Onlinehändlers liefern. Begründet wird das mit einem zerrütteten Vertrauensverhältnis: Amazon zeige keinerlei Interesse daran, den Verkauf von gefälschten Birkenstock-Schuhen auf seiner Plattform zu unterbinden.

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Billige Kopie neben dem Originalprodukt

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen zieht der größte Arbeitgeber in der deutschen Schuhindustrie die Konsequenz. Immer wieder habe man auf Amazon unseriöse Shops gefunden. Durch den Verkauf minderwertiger Imitate unter dem Namen „Birkenstock“ verletzten sie Markenrechte und täuschten Verbraucher, die eigentlich Qualitätsware erstehen wollten.

Doch Amazon unternehme von sich aus keinerlei Schritte, um gegen die Produktpiraterie vorzugehen. Deshalb sollen jetzt nicht nur die bekannten Gesundheitslatschen von der Plattform verschwinden, sondern auch Berufsschuhe, Taschen und Kosmetik der gesamten Birkenstock-Gruppe. Andere Online-Shops sind von der Entscheidung nicht betroffen.

Amazon.com will Lieferstopp umgehen

In den USA hatte das rheinland-pfälzische Traditionsunternehmen schon Anfang dieses Jahres durchgegriffen. In dortigen Amazonlagern waren teilweise sogar Billig-Kopien direkt neben echter Markenware aufbewahrt worden. Kunden, die das teure Original bestellt hatten, erhielten deshalb versehentlich ein günstiges China-Produkt.

Amazon.com hatte sich aber mit dem Lieferstopp nicht abfinden wollen. Stattdessen habe man autorisierten Birkenstock-Händlern angeboten, deren Lagerbestände aufzukaufen. So zumindest lautete die Aussage des Sandalen-Produzenten, der von Amazon auch nicht widersprochen wurde. Ob ein ähnliches Vorgehen nun auch in Europa zu erwarten ist, wird sich zeigen.

Fazit

Zunächst einmal beendet Birkenstock im Januar nur seine Zusammenarbeit mit Amazon selbst. Gut möglich ist aber, dass auch die autorisierten Händler bald nicht mehr auf dem Marketplace anbieten dürfen. Vergangene Woche erst hat der Europäische Gerichtshof klargestellt, dass Markenhersteller unter bestimmten Umständen auch Vertragspartnern den Handel mit ihren Produkten bei Amazon untersagen dürfen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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