Produktpiraterie bei Amazon: Diese Waren beobachten Verbraucherschützer

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Millionen Artikel von unterschiedlichen Anbietern aus der ganzen Welt: Auf dem Amazon Marketplace können Verbraucher schnell und einfach ihr Lieblingsprodukt günstig kaufen. Das Problem: Mittlerweile tummeln sich viele Fälschungen auf der Plattform. Verbraucherschützer in Deutschland haben jetzt vor allem das Parfum-Segment genauer unter die Lupe genommen. Worauf sollten Kunden achten?

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Diese Produkte sind besonders oft gefälscht

Auf Amazon finden sich in nahezu jeder Produktkategorie Fälschungen. Dabei muss es sich nicht um besonders teure Artikel handeln. Selbst von „kleinen“ Produkten wie Ladekabel, Kopfhörer und USB-Sticks sind Fakes erhältlich. Neben Kleidung und Elektroartikeln stoßen Verbraucher auf dem Marktplatz vor allem immer mehr auf Kopien von renommierten Parfummarken.

Vermehrt Beschwerden über Fake-Parfums

Verbraucherschützer haben in letzter Zeit daher eine Vielzahl von Beschwerden über Fake-Parfums erhalten. Die Verbraucherschutzorganisation „Marktwächter“ berichtet davon, dass in zahlreichen Bewertungen die Rede von Fälschungen ist. Kein Wunder: Die Herstellungskosten dieser Produkte sind gering, so dass auf die Betrüger hier eine hohe Marge wartet. Und: Kunden können nur schwer überprüfen, ob es sich zweifelsfrei um ein Original oder eine Fälschung handelt.

Smellalikes als Fake-Variante

Zu den offensichtlichen Fälschungen kommen Smellalikes hinzu, die zwar einen anderen Namen tragen als das Original, in Bezug auf Flaschendesign und Duft jedoch kaum Unterschiede ausmachen lassen. Die Kosten für derartige Artikel liegen in der Regel deutlich unter denen der Markenprodukte.

Amazons Reaktion auf Fakes

Amazon ist als Betreiber des Marketplaces juristisch nicht haftbar. Dennoch bemüht sich der Konzern, die Zahl der Fakes einzudämmen. Nicht ohne Grund: Erst kürzlich verabschiedete sich der Birkenstock-Hersteller von der Plattform, da dort zu viele günstige Nachahmungen der Schuhe angeboten werden.

Stuft Amazon einen Händler als Fake-Anbieter ein, schließt dieser das Konto oftmals. Das ist für viele ehrliche Verkäufer jedoch ein Problem: Nicht immer, wenn Verbraucher ein Produkt als Fake bezeichnen, handelt es sich auch tatsächlich um eine Nachahmung. So schloss Amazon in der Vergangenheit häufig die Konten unschuldiger Anbieter.

Was können Verbraucher tun?

Verbraucher sollten insbesondere bei Kleidung, Elektroartikeln und Parfums genau hingucken. Kommt ihnen ein Preis ausgefallen günstig vor, sollten sie den offiziellen Onlineshop der Marke aufsuchen und dort den Preis vergleichen. Gerade im Parfum-Segment ist das jedoch wenig aussagekräftig, da die Preise stark variieren. Darüber hinaus kann es helfen, einen Blick in die Bewertungen des Marketplace-Händlers zu werfen. Finden sich hier zu viele negative oder gar keine Bewertungen, sollten Verbraucher den Kauf überdenken. Ebenfalls aussagekräftig: die Geschäftsadresse des Anbieters. Liegt diese im Ausland oder ist diese nicht geführt, sollten Konsumenten lieber bei einem anderen Händler schauen.

Praxis-Tipp

Glauben Verbraucher, ein Fake-Produkt gekauft zu haben, sollten sie den Amazon-Kundendienst informieren. Ist der Kauf über das Amazon-Portal erfolgt, dürfte eine Rückabwicklung über den Käuferschutz möglich sein. Da auch die Parfumhersteller ein Interesse an der Bekämpfung von Fakes haben, können Verbraucher diese auch direkt anfragen. In der Regel bitten diese dann, das Produkt mit Hinweis auf die Herkunft einzusenden. Stuft der Anbieter das Produkt als Fake ein, erhalten Verbraucher in der Regel ein Original zurück.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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