Missbrauch der Marktmacht: Amazon droht eine Millionenstrafe in Frankreich

(5 Bewertungen, 4.80 von 5)

Strikte Verträge und viel kritisierte Klauseln: Händler müssen auf Amazon strengen Regeln folgen, die sich oftmals in rechtlichen Grauzonen befinden. In Frankreich soll der Konzern dabei jetzt zu weit gegangen sein. Amazon soll seine Marktmacht missbraucht und kleine Händler unterdrückt haben. Daher stehen jetzt drei Unternehmen des E-Commerce-Riesen vor dem französischen Handelsgericht. Was wirft Frankreich Amazon vor?

Anzeige

Das führt Amazon vor das französische Handelsgericht

Wettbewerbshüter in Frankreich hatten Amazon über einen Zeitraum von über zwei Jahren beobachtet. Dabei hatte unter anderem die französische Behörde DGCCRF, die Wettbewerb und Verbraucherschutz im Auge behält, belastendes Material gesammelt, das Amazons Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung beweisen soll.

So soll Amazon seine Marktmacht ausgenutzt haben

Amazons Ausnahmestellung im E-Commerce zwingt vor allem kleine Händler dazu, ihre Ware über die Plattform anzubieten, um eine große Zahl an Kunden zu erreichen. Dazu müssen diese jedoch unfaire Bedingungen akzeptieren, die ihnen erhebliche Nachteile bescheren.

Dabei soll sich Amazon das Recht vorbehalten, Verträge mit den Händlern jederzeit nach Belieben einseitig zu ändern. Auf diese Weise kann der Konzern in Frankreich von heute auf morgen beispielsweise kürzere Lieferzeiten erzwingen – unabhängig davon, ob das für den betroffenen Händler möglich ist. Darüber hinaus zieht Amazon stets die Händler zur Rechenschaft, wenn bei einem Produktkauf etwas schiefgelaufen ist. Kommen beispielsweise Pakete beschädigt oder verspätet beim Kunden an, müssen Händler den Kopf hinhalten. Dazu müssen sie oftmals zusätzliche Kosten übernehmen oder werden gleich ganz vom Marktplatz ausgeschlossen. Damit nutzt Amazon seine Ausnahmestellung am Markt aus, so der Vorwurf der Wettbewerbshüter.

Amazon nutzt in Deutschland ähnliche Praktiken

Dieses rigide Vorgehen gegen Händler nutzt Amazon auch hierzulande. Daher stand der Konzern in der Vergangenheit bereits mehrfach in der Kritik. Besonders in Erinnerung geblieben ist dabei die Preisparitätsklausel, die Händler verpflichtete, ihre Produkte auf keiner Plattform günstiger anzubieten als auf Amazon. Das Bundeskartellamt hatte diese Vorgehensweise jedoch stark kritisiert, so dass Amazon von dieser Klausel wieder Abstand nahm.

Fazit

Kommt das französischen Handelsgericht zu dem Schluss, dass Amazon seine Marktmacht ausnutzt, um kleine Händler zu wettbewerbswidrigen Bedingungen zu zwingen, droht dem Konzern eine Strafe von bis zu zehn Millionen Euro. Was finanziell eher ein Tropfen auf den heißen Stein sein dürfte, könnte in der Praxis jedoch einschneidende Veränderungen mitbringen – und so Händlern wieder etwas fairere Bedingungen ermöglichen.

Anzeige
Kommentare  
Leithana
+3 # Leithana 09.03.2018, 21:04 Uhr
Hoffe Deutschland folgt dem Beispiel
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Guest
+1 # Guest 12.03.2018, 12:36 Uhr
10 Millionen Euro, da lacht Amazon doch nur. Da würde sich wahrscheinlich erst ab einen Betrag von 500 Millionen was ändern
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Anfechtung wegen falscher Preisauszeichnung Die Frage, ob bei durch Software verursachten falschen Preisangaben im Internet der Kaufvertrag rückgängig gemacht werden kann, war bisher unter Juris...
Weiterlesen...
Onlineshops: Händler haben Verpackungskosten für Rücksendung zu tragen Wer trägt die Kosten für eine Umverpackung zum Rückversand an den Händler bei Ausübung des Widerrufsrechts durch den Verbraucher, wenn der Unternehmer den Verbr...
Weiterlesen...
Marketing: Darf ein Optiker dem Kunden beim Kauf einer Brille eine weitere schenken? Händler finden immer wieder neue Möglichkeiten, um Kunden für ihre Produkte gewinnen zu können. Diesbezüglich musste das Oberlandesgericht Celle entscheiden, ...
Weiterlesen...
DSGVO: Einwilligungen von Kindern unter 16 Jahren sind nicht gültig Produkte bestellen, Newsletter abonnieren und Kundenkonto eröffnen: Shopbetreiber benötigen für viele Vorgänge eine Einwilligung der User, um ihre Daten zu erhe...
Weiterlesen...
e-Commerce: Wie genau müssen Händler ihre Kunden über Produktmerkmale informieren? Aus welchem Material besteht das Produkt und wie groß ist es? Diese und andere Fragen interessieren Kunden, wenn sie etwas im Onlineshop bestellen. Das Landgeri...
Anzeige Datenschutz-Kit
Anzeige
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details