eBook-Portal Gutenberg: Deutsche User haben keinen Zugang mehr

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Seit 1971 setzt sich Project Gutenberg für die öffentliche, allgemeine Nutzung von Computern ein. Über die Jahrzehnte hat es sich so zu einem bedeutenden eBook-Portal entwickelt, das aktuell mehr als 56.000 Bücher in 60 Sprachen frei zur Verfügung stellt. Damit ist für deutsche User jetzt Schluss. Sie haben keinen Zugriff mehr auf die umfangreiche Sammlung. Wie kam es dazu?

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S. Fischer Verlag verklagt Gutenberg.org

Auf Gutenberg.org finden sich 18 Titel, die in Deutschland urheberrechtlich geschützt sind. Darunter sind u. a. „Professor Unrat“ und „Der Untertan“ von Heinrich Mann sowie „Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann. Die Rechte an diesen Werken sind hierzulande im Besitz des S. Fischer Verlags. Dieser sah Urheberrechte verletzt und zog daher den Betreiberverein der Seite vor Gericht.

Der Verlag war der Ansicht, dass es eine deutschsprachige Übersetzung des amerikanischen Portals gebe und es sich damit auch an deutsche User richte. Es liege daher in der Verantwortung des Betreibervereins von Gutenberg.org, deutschen Nutzern mittels Geoblocking keinen Zugang zu den hierzulande urheberrechtlich geschützten Werken zu gewähren.

So sah der Betreiberverein von Gutenberg.org die Rechtslage

Die Verantwortlichen von Gutenberg.org – die Project Gutenberg Literary Archive Foundation – hielten ein deutsches Gericht nicht für zuständig, da die Seite in den USA gehostet werde. Verantwortlich für die Urheberrechtsverletzung seien damit nicht sie, sondern die Nutzer, die die Titel rechtswidrig auf die Plattform hochgeladen haben.

So hat das Landgericht Frankfurt entschieden

Das Landgericht (LG) Frankfurt schloss sich der Argumentation des Verlags an (AZ: 2-03 O 494/14). Die Richter ließen dabei wissen, dass es für den deutschen Markt keine Rolle spiele, dass die Bücher in den USA keine Urheberrechte verletzten. Es zähle einzig und allein, dass die Werke in Deutschland weiter geschützt seien. Das Gericht verurteilte den Betreiberverein dazu, deutschen Nutzern die entsprechenden Werke nicht mehr zugänglich zu machen.

So reagierte die Foundation auf das Urteil

Die Foundation hat als Reaktion auf das Urteil nicht die beanstandeten Werke offline genommen, sondern schlichtweg alle Seiten und Unterseiten für Nutzer mit deutscher IP gesperrt. Dabei hatten zunächst nur User mit einer Internet Protocol Version 4 keinen Zugang mehr zu dem Portal. Mittlerweile sind alle deutschen User von der Plattform ausgeschlossen. Der Betreiberverein spricht von einer Vorsichtsmaßnahme, da sie ansonsten weiteren Klagen aus Deutschland erwarten.

Fazit

Sollte die Foundation deutschen Usern wieder einen Zugang gewähren, droht ihr ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Damit es dazu erst gar nicht kommt, will der Verein das Urteil des LG Frankfurt anfechten.

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Kommentare  
Dieter Greven
+6 # Dieter Greven 10.04.2018, 18:58 Uhr
Es gibt doch genügend Proxyserver.
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