Steuerhinterziehung: Amazon sperrt hunderte chinesische Händler

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Amazon hat rund 500 Konten chinesischer Händler eingefroren und die gelagerte Ware beschlagnahmt. Der Grund: Das Berliner Finanzamt geht davon aus, dass die Händler keine Umsatzsteuer zahlen. Welche Auswirkungen hat das? Und wie will der deutsche Fiskus dagegen vorgehen?

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Immer mehr chinesische Händler bei Amazon

Immer mehr chinesische Händler drängen auf den Marktplatz von Amazon, um dort kräftig Kasse zu machen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass mittlerweile knapp 2.000 Händler aus China auf Amazon agieren, die keine Steuernummer haben. Die Dunkelziffer könnte jedoch deutlich höher liegen, schaut man sich das breite Angebot chinesischer Händler auf Amazon an. Andere Experten schätzen, dass eher um die 10.000 illegal agierende Verkäufer aus China aktiv sein sollen. Diese sollen entweder über keine deutsche Steuernummer verfügen, mit einer gefälschten Steuernummer arbeiten oder erst gar kein Land angeben.

Berliner Finanzamt entgeht Umsatzsteuer

Beim Berliner Finanzamt sind rund 680 Unternehmen aus China und Hongkong registriert. Eine Umsatzsteuer erhält der Fiskus dabei jedoch nur von einigen wenigen Händlern. Daher ist das Amt jetzt aktiv geworden, um die entgangenen Steuereinnahmen einzuholen.

Das sind die Auswirkungen

Die vermutliche Steuerhinterziehung sorgt für hohe entgangene Einnahmen beim deutschen Fiskus. Je nach Einschätzung sprechen Experten von einem dreistelligen Millionenbetrag bis zu einer Milliarde Euro. Neben dem Finanzamt leiden darunter auch die deutschen und europäischen Händler, die die Umsatzsteuer zahlen und so höhere Verkaufspreise ausweisen müssen als ihre Konkurrenten aus China.

Das muss Amazon jetzt tun

Amazon hat in den letzten Wochen eine hohe Zahl an Auskunftsersuchen vom deutschen Fiskus erhalten. Reagiert Amazon darauf nicht, droht dem Konzern in Deutschland der Vorwurf der Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

Fazit

Amazon kooperiert bisher mit den deutschen Behörden, soweit es ihnen das Gesetz vorschreibt. Zusätzlich gab der Konzern an, Verkäufer-Konten unmittelbar zu sperren, wenn der deutsche Fiskus ausbleibende Steuerzahlungen moniert. Inwiefern Amazon wirklich aktiv gegen Steuersünder vorgeht, ist jedoch ungeklärt. Der Berliner Finanzsenator glaubt nicht daran, dass Amazon chinesischen Händlern auf die Finger schaut.

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Kommentare  
Tobias Claren
0 # Tobias Claren 24.11.2018, 13:45 Uhr
Kann man eigentlich irgendwo nachsehen ob ein Unternehmen in Deutschland Steuern bezahlt?
Für China scheinbar das Finanzamt Berlin-Neukölln.
Aber wer ist z.B. für die Bahamas zuständig.
Internet (.bs) z.B.. Man weiß ja nicht, ob die wirklich die 19% abführen, die sie nur deshalb nehmen, weil man als Kunde eine Deutsche Adresse angibt.
Wenn die keine Deutsche Steuer zahlen, sollte man dann nicht die 19% über Jahre zurück verlangen können?
Und wenn die eh keine Steuer zahlen, darf man dann überhaupt noch dort kaufen wenn man das weiß :-) ?!?
Wenn der keine Steuern zahlt, wäre es aber auch keine Hinterziehung, wenn der Kunde sich das in Steuer billigste Land der Erde sucht und eine falsche Adresse angibt...
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